Stefan Ripplinger

Auch

Aufsätze zur Literatur
Cover: Auch
Urs Engeler Editor, Basel / Weil am Rhein 2006
ISBN 9783938767054
Kartoniert, 160 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Es sind große Namen der Literaturgeschichte, die über Stefan Ripplingers Aufsätzen stehen. Der Titel seines Buches aber ist ein kleines Wort: Auch. Es sind Kleinigkeiten, denen Stefan Ripplinger seine Aufmerksamkeit widmet, es sind die Details, in denen er die Werke der Großen erkennt, und es sind Marginalien, Feuilletons im besten Wortsinne, für die er seine Feder ansetzt. Ein anderes kleines Wort, das in seinen Aufsätzen häufig fällt, ist "nicht". An Dieter Roth interessiert ihn das Nicht-Werk, bei Leopardi das dunkle Nicht-Licht des Mondes, bei Stendhal die Nicht-Erfüllung der Liebe ("Diese Liebe zeigt eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem poetischen Verstehen, wie es Valery beschrieben hat: Die Signifikation, die Erfüllung der Bedeutung, wird durch verzögert oder gehemmt. Aber diese "), bei Juan Carlos Onetti die Unmöglichkeit von Handlung und Person, bei Emily Dickinson die Gedankenstriche und Leerstellen, bei Dante das Schweigen. Man ahnt, was Ripplinger alles weglässt, und genießt diesen Raum, der durch einen zweiten, entsagenden Blick eröffnet wird. Im Verzicht auf besseres Wissen und besseres Können entsteht Raum für Zartheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2006

Durchaus angetan zeigt sich Dietmar Dath von diesen Band mit literaturhistorischen Aufsätzen Stefan Ripplingers. Er zählt den Autor zur "selten gewordenen Gattung der Moralisten, die sich als Ästheten verkleiden" und würdigt ihn als "Wanderprediger der Kunst". Im Motiv des ehrenvollen Scheiterns sieht Dath die Grundmelodie der Aufsätze, die mal "parlando", mal "spröde", mal "bedächtig", mal "flink" gehalten sind. Er verortet Ripplinger in der Tradition Adornos und Becketts. Die Einwände, die Dath gegen die "elegische Stimmung" und "ethische Strenge" der Aufsätze möglich scheinen, wischt er gleich selbst wieder vom Tisch. Nur eines scheint ihm sicher: dass auch eine schöne Religion wie die Kunst bloß eine Religion sei. Jedenfalls nimmt Dath lieber an "Ripplingers Gottesdienst" teil als Allah oder dem christlich-abendländischen Katechismus zu folgen.
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