Burkhard Van der Waiden, ein deutscher Universitätsdozent, ist mit seiner Familie nach Wien gezogen, um dort die vielleicht letzte Chance zu nutzen, einen Lehrstuhl zu bekommen. Dabei gerät seine familiäre Welt aus dem Lot. Seine Frau, Tochter aus einer Wiener Arztfamilie, setzt alles auf eine späte Karriere in der Scheinwelt des modernen Kunstbetriebs. Seine demenzkranke Mutter verfolgt ihn mit Telefonterror bis hinein in die heiligen Hallen der Wissenschaft. Van der Waidens Tochter, eine drogensüchtige Backgroundsängerin, versucht ihrer Karriere mit plastischer Chirurgie auf die Sprünge zu helfen. Und dann ist da noch der Sohn Moritz, der zusammen mit seinem türkischen Freund in eine Science-Fiction-Welt flüchtet. Als er sich in eine Mitschülerin verliebt, wird er gemeinsam mit ihr zum Schulverweigerer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2013
Die Schulung des Autors an Thomas Mann findet Beate Tröger vorteilhaft. Jedenfalls bemerkt sie die "bitterfeine" Figurenzeichnung in Dietmar Krugs gesellschaftsdiagnostischem Debütroman über eine Wiener Professorenfamilie, in der so einiges an Verdrängtem unterm Teppich lauert. Das Unheil immer im Blick, amüsiert sich die Rezensentin über schönheitsoperierte Brüste, einen zähen Fleck an der Villenwohnzimmerwand und allerhand neurotische Ausfälle. Dass ihr die dargestellte Familie dennoch sympathisch bleibt, liegt für Tröger an der Allgemeingültigkeit dieser bürgerlichen Jedermann-Posse.
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