Wie verlief die Vermittlung von Geschichtswissen vom Experten an den Laien in der Goethezeit? Der Autor geht dieser Frage nach, indem er Wissenschafts-, Ideen- und Verlagsgeschichte miteinander verknüpft. Seine zentrale These lautet, dass der Verleger innerhalb des Wissenstransfers eine Schlüsselposition einnahm. Da er selbst zur Gruppe der historisch-interessierten Laien gehörte, konnte er einerseits deren Orientierungsbedürfnisse in konkrete Anforderungen an die fachgebundenen Historiker übersetzen, andererseits seine profunde Marktkenntnis zur optimalen Verbreitung der Inhalte nutzen. Als Beispiel bot sich Friedrich Christoph Perthes an, einer der bedeutendsten Verlagsbuchhändler seiner Zeit. Er verlegte bevorzugt geisteswissenschaftliche Werke aus dem historischen und theologischen Bereich, darunter die "Historisch-politische Zeitschrift", die von Leopold von Ranke herausgegeben wurde , beschäftigte sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Buchhandel und Wissenschaft und hinterließ eine Vielzahl von reflektierenden Selbstzeugnissen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2009
Ein bisschen merkwürdig findet Markus Völkel es schon, dass Friedrich Christoph Perthes bisher noch nicht ins Visier der Verlags- und Wissenschaftshistoriker geraten war. Um so mehr freut er sich über die unkonventionelle Biografie von Dirk Moldenhauer, der Lebensgeschichte als Verlagsgeschichte erzählt und sich dafür durch den mächtigen Perthes-Nachlass gegraben hat. Wenn Moldenhauer den Verleger Perthes die Ausführungen über die Publikationsleistung des Verlags in Fußnoten kommentieren lässt, fühlt sich der Rezensent gut informiert und sogar unterhalten. Und Perthes' Überlegungen zum historischen Schreiben bietet der Autor dem Rezensenten "im Kontext" an. Alles in allem ist der Band für Völkel ein gutes Vorbild für künftige Verlegermonografien.
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