Können wir etwas wissen? Verleiten uns Sinnestäuschungen, Träume und Halluzinationen nicht immer wieder dazu, falsche Meinungen zu bilden? Ist es nicht sogar denkbar, dass Gott oder ein böser Dämon in den Erkenntnisprozess eingreift und uns falsche Meinungen eingibt? Diese skeptischen Fragen wurden bereits im Mittelalter diskutiert. Sie bildeten den Ausgangspunkt für eine sorgfältige Analyse des Wissensbegriffs und für eine kritische Prüfung von Wissensansprüchen. Die Studie von Dominik Perler, die sich auf Theorien des 13. und 14. Jahrhunderts konzentriert, rekonstruiert die skeptischen Diskussionen im historischen Kontext, wertet sie in systematischer Hinsicht aus und schlägt dabei auch einen Bogen zu Gegenwartsdebatten. Sie geht auf prominente Philosophen wie Thomas von Aquin, Heinrich von Gent, Johannes Duns Scotus, Wilhelm von Ockham und Johannes Buridan ein, berücksichtigt aber auch weniger bekannte Autoren, die in den spätmittelalterlichen Kontroversen eine wichtige Rolle spielten. Diese Debatten sind auch heute noch anregend, weil sie verdeutlichen, dass die skeptische Herausforderung Anlass zur Ausformulierung ganz unterschiedlicher erkenntnistheoretischer Modelle gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Michael Pawlik zeigt sich fasziniert von Dominik Perlers Studie über den Skeptizismus in der Philosophie des 13. und 14. Jahrhunderts. Dem Autor bescheinigt er eine "ingeniöse Interpretationskunst". Überzeugend kann dieser seines Erachtens zeigen, dass die skeptischen Debatten nicht auf einen erkenntnistheoretischen Fundamentalismus hinausliefen, sondern einen reicheren, aufgeklärten und reflektierten Begriff des Wissens anvisierten. Die prinzipielle Zuverlässigkeit von Intellekt und Sinnen wurde schließlich nicht in Frage gestellt. Damit sieht Pawlik auch Gilsons These vom Skeptizismus als Krankheit des 14. Jahrhunderts widerlegt. Besonders instruktiv scheinen ihm zudem die Parallelen zu erkenntnistheoretischen Debatten der Gegenwart, die Perler sichtbar macht.
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