Rainer, einst hoffnungsvoller Jungregisseur aus Deutschland in Hollywood, lebt nur noch auf Pump. Seine Ehe ist geschieden, seine Frau mit der Teenager-Tochter nach Deutschland zurückgekehrt. Er lebt für die Paar Wochen im Jahr in Deutschland, in denen er seiner Tochter Allegra die Nummer vom erfolgreichen Superpapa vorspielen kann. Er mietet einen Jaguar, hütet eine Prunkvilla, deren Besitzer in Urlaub ist und telefoniert - angeblich - ständig mit Hollywood. Rainer glaubt fast selbst an das, was er Allegra vorspielt. Doch der Besitzer der Villa kommt zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2007
Vor soviel Talent macht die Rezensentin einen Knicks. Doris Dörrie, davon ist Linda Benkner überzeugt, kann nicht nur Filme machen, sie kann auch schreiben. Diesmal über Einsamkeit, Angst Sein und Schein. Und dies tut sie derart mehrschichtig, überraschend und temporeich, dass Benkner sich im Kino wähnt. Literarische Tugenden entdeckt die Rezensentin allerdings auch: Traurigschöne, dabei kitschfreie Formulierungen, einen "klaren", den Kern der Figuren treffenden Stil und eine Ironie, die auf sie nicht billig wirkt. Enttäuscht hat Benkner jedoch, dass Dorrie der Atem fehlte, die Handlungsfäden bis zuletzt zusammenzuhalten. Gegen Ende des Romans erscheint ihr vieles "unklar" und "halbherzig".
Von einer so erfahrenen Autorin hätte sich Jochen Jung etwas mehr erwartet. Geradezu "erstaunlich" findet er es, wie wenig Doris Dörrie mit dem Innenleben ihrer Figuren anfangen kann. Er vermutet, Dörrie mangele es entweder an Technik oder an Geduld. Mitgegangen ist der Rezensent bei der Geschichte von zwei alternden Schauspielerinnen und einem Regisseur jedenfalls nicht. Alles zu oberflächlich beobachtet und zu nachlässig ausgeführt, meint er. Null Punkte auf der nach oben offenen Jung-Skala, wie es scheint.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007
Mitunter unterhaltsam scheint Rezensentin Verena Mayer der neue Roman von Doris Dörrie. Echte Begeisterung über das Buch kommt bei ihr allerdings nicht auf. Sie betrachtet es als eine "Art Zweitverwertung" von Dörries Inszenierung der Verdi-Oper "Rigoletto". Die Rigoletto-Variation in "Und was wird aus mir?" ist nach Auskunft Mayers in der Glitzer-Welt Hollywoods ansiedelt, wo hinter den Kulissen der Überlebenskampf tobt. Sie bescheinigt der Autorin durchaus abwechslungsreiche und witzige Szenen. Diese können ihres Erachtens allerdings die große Schwäche des Romans nicht überdecken, seinen Mangel an erzählerischer Plausibilität. Das Ganze wirkt auf Mayer wie eine "Sammlung von theatralischen Effekten", die in einem Roman schlicht nicht funktionieren.
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