Was meint man, wenn man vom Gewissen eines Menschen spricht? Der bekannte Moraltheologe Eduard Schockenhoff gibt auf diese Frage Antwort und zeigt klar und anschaulich auf, worin die eigentliche Bedeutung des Gewissens besteht. Sein bemerkenswertes Fazit: Das Gewissen, recht verstanden, ist nicht Begrenzung, sondern Eröffnung von Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2003
Als "ungemein anregendes Buch" würdigt Rezensent Christian Geyer die nun vorliegende Arbeit "Wie gewiss ist das Gewissen?" des katholische Theologen Eberhard Schockenhoff. Souverän schildere der Autor die philosophisch-theologische Tradition seines Gegenstandes, präzise benenne er die neueren Schwierigkeiten, die der Kategorie des Gewissens erwachsen sind, lobt Geyer. Wie nebenbei führe Schockenhoff den Leser in die prekären Fragen der Hermeneutik katholischer Lehraussagen ein, etwa wenn es um die Interpretation von Konziltexten des Zweiten Vatikanums zum Gewissen gehe. "Elektrisierend" findet Geyer vor allem die Ausführungen, die Schockenhoff anlässlich der Gewissensfrage dem "Dialog zwischen Humanwissenschaften und Theologie" widmet. Hier stößt Schockenhoff nach Ansicht Geyers ins Zentrum eines aktualisierten Konflikts zwischen Glaube und Wissen vor, zur Frage nämlich, was von einer genuin theologischen Rede noch übrigbleibt, wenn immer mehr ihrer Gehalte humanwissenschaftlich erklärt werden können.
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