Der erste Band der "Gesammelten Schriften" versammelt die Texte zur Theologie der Liturgie. Die Liturgie steht im Zentrum des theologischen Denkens Joseph Ratzingers. Sie ist - in seinen Worten - "die Berührung mit dem Schönen selbst, mit der ewigen Liebe. Von ihr muss die Freude ins Haus hinausstrahlen, in ihr kann immer wieder die Mühsal des Tages verwandelt und überwunden werden. Wo Liturgie zur Lebensmitte wird, stehen wir im Raum des Apostelwortes: Freuet euch, wiederum sage ich euch: Freuet euch ... der Herr ist nahe (Phil 4,4)".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2008
Dem Theologen und scharfzüngigen Aphoristiker Joseph Ratzinger ist Alexander Kissler in diesem zuerst erscheinenden Band seiner "Gesammelten Schriften" begegnet. Das von Ratzinger entworfene Weltpanorama des Menschen in der Krise (des Glaubens nämlich) scheint Kissler nach der Lektüre durchaus Anlass zur Hoffnung zu geben. Nach Lamento hört sich das für ihn nicht an, wenn der Denker Ratzinger anhebt, Innerlichkeit praktisch zu wenden und mit der Liturgie als Zentrum seiner theologischen Arbeit seinen "trotzigen Willen zu Revolution" zu bekunden. So realitätsnah Kissler die Bestandsaufnahme des amtierenden Papstes vorkommt, als so ambivalent empfindet er dessen Schilderungen zum Zweiten Vatikanischen Konzil als zu einem die Krise initiierenden innerkirchlichen Einschnitt. An diesem Punkt der Lektüre vermisst Kissler einige Schriften, die Ratzingers eigene Hoffnungen in das Konzil hätten belegen können. Für die kommenden Bände wünscht sich der Rezensenrt ein sorgsameres Lektorat.
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