Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. Edith Hall lässt uns die Kraft und Faszination der griechischen Antike neu entdecken
Sie waren die Erfinder der Demokratie, Begründer der Philosophie, Schöpfer unsterblicher Mythen und Dramen - die alten Griechen haben das Fundament unserer Zivilisation gelegt und somit auch unsere moderne Welt geprägt. Doch was genau war das Erfolgsgeheimnis der griechischen Völker, was hat sie - über alle politischen und kulturellen Grenzen hinweg - angetrieben? Und was verbindet uns mit ihnen?
Edith Hall, Professorin am Londoner King's College und eine der weltweit profiliertesten Altertumsforscherinnen, nähert sich dem Phänomen auf ungewöhnliche Weise: Sie beschreibt zehn Charaktereigenschaften, die den unterschiedlichen griechischen Völkern über alle Grenzen hinweg gemeinsam waren, und widmet jeder dieser Eigenschaften ein eigenes Kapitel.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2017
Burkhard Müller würde von einem soliden Abriss der griechischen Antike keine Originalität verlangen, vor allem dann nicht, wenn er sich an ein allgemeines Publikum wendet. Doch Edith Hall bleibt selbst unter Müllers niedrig gesetzten Erwartungen zurück, wenn sie die Griechen über zweitausend Jahre hinweg etwas ahistorisch und ethnozentrisch als ein Volk von Seefahrern beschreibt, misstrauisch gegenüber Autoritäten, individualistisch, redegewandt und vergnügungssüchtig. Manchen bedeutenden Persönlichkeiten verschafft sie einen großen Auftritt, gesteht Müller zu, doch meistens belässt sie es beim "uninspirierten Abarbeiten von Namen und Ereignissen". Die holprige Übersetzung und eine fehlende Korrektur tun ihr Übriges, um dem Rezensenten die Freude an dieser Geschichte zu nehmen. Vom ollen Titel ganz zo schweigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2017
Edith Halls Buch bringt dem Rezensenten Uwe Walter die alten Griechen in Erinnerung. Für Walter eine aufregende Sache, zumal die Autorin jede Menge kluge Gedanken zur Hochkultur der Hellenen präsentiert, originelle Akzente setzt und unentdeckte Zusammenhänge aufzeigt, wie Walter versichert. Die Autorin, die eigentlich zur attischen Tragödie forscht, wie Walter weiß, erschließt sich ihr Thema selber mit Neugier, meint der Rezensent, verknüpft zehn hehre Eigenschaften der Hellenen mit zehn Epochen und Regionen und kommt zum "emphatischen" Schluss, die Griechen seien das richtige Volk zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Eine stellenweise glänzende traditionelle Erzählung mit Zugeständnissen an die Generation "Die zehn größten …", findet der Rezensent.
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