Edmund Dmitrow, Pawel Machcewicz, Tomasz Szarota

Der Beginn der Vernichtung

Zum Mord an den Juden in Jedwabne und Umgebung im Sommer 1941. Neue Forschungsergebnisse polnischer Historiker.
Cover: Der Beginn der Vernichtung
fibre Verlag, Osnabrück 2004
ISBN 9783929759877
Kartoniert, 261 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Das im Jahre 2000 erschienene Buch "Nachbarn" des Soziologen Jan T. Gross über das Pogrom von Jedwabne hat in Polen eine intensive Debatte über den Zweiten Weltkrieg sowie das Verhalten der christlichen polnischen Bevölkerung gegenüber der jüdischen Mitbevölkerung ausgelöst. Auf die Thesen von Gross hat das Warschauer Institut für Nationales Gedenken (IPN) mit einer intensiven Forschungstätigkeit reagiert, die Ergebnisse der Forschungen wurden Ende 2002 in Polen veröffentlicht. Der vorliegende Band präsentiert - erstmals in deutscher Sprache - einen Teil dieser neuen Forschungsergebnisse renommierter polnischer Historiker zu der ersten Phase der Judenvernichtung in Nordostpolen nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Sommer 1941. Pawel Machcewicz gibt einen Überblick über die aktuelle Debatte polnischer Historiker um das Jedwabne-Pogrom. Edmund Dmitrcw untersucht die Vernichtungspolitik deutscher Einsatzgruppen im Gebiet von Lomza und Bialystok im Sommer 1941. Tomasz Szarota hat für den Band ein umfangreiches wissenschaftliches Kalendarium zum Mord in Jedwabne und zur juristischen, politischen und wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Ereignisses erstellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.03.2005

Im Jahr 2000 hatte der polnische Politologe Jan Tomasz Gross nachgewisen, dass das Massaker von Jedwabne, bei dem am 10. Juli 1941 1600 Menschen ums Leben kamen, von der polnischen Bevölkerung des Ortes begangen worden war. In Polen löste das Buch heftige Debatten aus. War Polen etwa am Holocaust beteiligt? Der Bericht des polnischen Instituts für das Nationale Gedächtnis (IPN) schafft nun Klarheit, wie Thomas Urban schreibt. Polen waren an den Untaten beteiligt; angestiftet wurden sie jedoch von SS-Einsatzkommandos, so das Ergebnis der Untersuchungen. Als Belohnung stellte die SS den Kollaborateuren Straffreiheit in Aussicht - und das Hab und Gut der Opfer. Ein deutsch-polnisches Verbrechen also. Der Bericht zeige auch auf, dass die Zahl sowohl der Opfer als auch der Täter "wesentlich kleiner" war als angenommen.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…