Eduardo Galeano

Fast eine Weltgeschichte

Spiegelungen
Cover: Fast eine Weltgeschichte
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2009
ISBN 9783779502302
Gebunden, 460 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Eduardo Galeano ist besessen von dem Wunsch, Geschichte zu erinnern. Mit seinem weltberühmten Buch "Die offenen Adern Lateinamerikas" schrieb er ein unorthodoxes Geschichtswerk. Jetzt überschreitet er die Grenzen seines Kontinents und wendet sich dem Ganzen zu: der Geschichte der Menschheit. Er erzählt Hunderte kleiner Begebenheiten, und in allen spiegelt sich das Verhältnis von Oben und Unten, von Macht und Ohnmacht. Unnötig zu betonen, was Galeano bewegt: "Ich schreibe für die, die seit Jahrhunderten Schlange stehen."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2010

Rezensent Uwe Stolzmann ist durchaus eingenommen von Eduardo Galeanos neuem Werk "Fast eine Weltgeschichte". Dennoch hat es bei ihm einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Das Buch, das als Mischung aus Ideen- und Sozialgeschichte eine linke Universalgeschichte anstrebt, scheint ihm ungemein packend, er attestiert ihm geradezu eine Sogwirkung. Er beschreibt es als Kaleidoskop von Geschichten, Splittern und Zitaten sowie als eine Klage- und Schmähschrift. Am Weltbild des Autors hat sich seiner Einschätzung nach seit dessen Klassiker "Die offenen Adern Lateinamerikas" von 1971 kaum etwas verändert. Unbeirrt arbeite Galeano weiter an seinem linken Universalmythos. Die Lektüre des Werks hat Stolzmann richtig Spaß gemacht - zugegebenerweise auch deshalb, weil Galeanos Philosophie so schlicht sei. Ja, er kommt nicht umhin,die Vereinfachungen und Schwarz-Weiß-Malereien des Autors zu kritisieren . Auch moniert er die fehlenden Belege und Quellenangaben. Letztlich hält er Galeano vor, Fakten und Fiktion so zu mixen, "bis ihm die Mischung mundet". Als "mythenverliebtes Stück Literatur" und eine "Art Heilsgeschichte" findet er das Werk faszinierend. Aber als Erklärung der Welt und ihrer Schrecken ist es nach Ansicht des Rezensenten ungeeignet.
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