Jahresfeste brauchten oft Jahrhunderte der Umwandlung und Verdichtung, bis sie "zu sich selbst", ihrer feststehenden Gestalt und Bedeutung fanden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich um den religiös-historischen Kern der jüdischen Feiertage eine reiche folkloristische Tradition. Legenden, Lieder und besondere Gerichte begleiten noch heute die Liturgie. Efrat Gal-Ed erzählt, wie die Feste entstanden sind und was in ihnen heraufbeschworen und gefeiert wird. Sie schöpft aus dem farbigen Schatz religiöser und literarischer Tradition ebenso wie aus eigenen Erlebnissen und familiärer Überlieferung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2001
Der Rezensent mit dem Kürzel aki. ist voll des Lobes über dieses Buch. Es handelt sich, meint er, "zweifellos um ein Standardwerk". Der grundlegende und nach Ansicht des Rezensenten voll und ganz überzeugende Ansatz ist die Darstellung der jüdischen Jahresfeste als "Verkörperung von heiliger Zeit". Die verschiedenen Funktionen der Feste - Erinnerung und Erlösung - werden untersucht und zwar in ihrem historischen Wandel. Sichtbar wird so ein "mitunter jahrtausendelanger Umdeutungsprozess". Die Autorin bewege sich "sicher und überlegen kenntnisreich" durch ihr Material. Besonders lobt der Rezensent auch das umfangreiche Glossar, das so etwas wie "ein kleines Lexikon im Buch" darstellt.
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