Einar Turkowski

Es war finster und merkwürdig still

(Ab 6 Jahre)
Cover: Es war finster und merkwürdig still
Atlantis Verlag, Zürich 2005
ISBN 9783715205137
Gebunden, 24 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

In aller Stille landet ein Mann an einem Strand. Er bezieht ein altes Gebäude, stellt Stangen auf, spannt Leinen, und bald schon hängen Fische daran. Die Stadtbewohner hinter den Dünen beobachten ihn aus der Ferne. Als der Mann zu ihnen kommt, um prachtvolle Fische anzubieten, verstecken sie sich in ihren Häusern. Doch kaum ist er weg, bespitzeln sie ihn wieder mit Fernrohren und unglaublichen Konstruktionen. Endlich ist eines klar: Der Mann fängt Wolken ein und lässt sie abregnen. Die Leute machen es ihm nach - erfolglos. Das Misstrauen wächst, der Mann soll verjagt werden. Als die aufgebrachte Menge in sein Haus kommt, ist er längst abgereist. Da versuchen die Leute erneut, die Wolken einzufangen, und merken nicht, dass ein Sturm aufkommt... Irgendwo, an einer Küste, geht ein Mann an Land. Er stellt Stangen auf, spannt Leinen und wird sich wundern über seinen Fang. Ein Bilderbuch, das auf große Illustrationstraditionen zurückgreift und zugleich in einer genialen Bleistifttechnik etwas völlig Neues schafft: eine surreale Bildwelt, akribisch in der Fantasie und einmalig in der hyperpräzisen Skurrilität.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.07.2006

Schwer beeindruckt zeigt sich Marion Gerhard von Einar Turkowskis ausschließlich schwarz-weiß illustriertem, originellem und "wunderbar skurrilem" Debüt. In der Geschichte geht es über einen geheimnisvollen Wolkenfischer, den die Bewohner der nahe gelegenen Stadt schließlich aus Neid, Gier und Angst vor dem Fremden vertreiben. Die zurückhaltende und einfach gehaltene Sprache passt gut, meint die Rezensentin, weil sie die eigene Vorstellungskraft anspornt und zudem eine wachsende Spannung erzeugt. Glanzpunkt des Buches aber sind die "fein ausgearbeiteten" Zeichnungen, die Gerhard an alte Kupferstiche erinnern und für die über drei Jahre hinweg angeblich 400 Druckbleistiftminen verbraucht wurden. Turkowski erschaffe mit der Fülle an sonderbaren Apparaten und Maschinen, die nicht nur der Beobachtung des Wolkenfischers dienen, und den in ihnen als "surreale Wesen" eingespannten Bürgern eine düster-verträumte Fantasiewelt, deren Faszination die Rezensentin offenbar voll und ganz erlegen ist.

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…