Ekkehard Eickhoff

Venedig, Wien und die Osmanen

Umbruch in Südosteuropa 1645-1700
Cover: Venedig, Wien und die Osmanen
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783608945119
Gebunden, 464 Seiten, 29,50 EUR

Klappentext

Mit circa 50 Schwarzweiß-Abbildungen und Vorsatzkarte. Der aktualisierte Klassiker zum Verständnis des europäischen Verhältnisses zum Islam: Ekkehard Eickhoff vergegenwärtigt den Aufstieg Wiens zur europäischen Großmacht im Kampf gegen das vor dem beginnenden Niedergang stehende Osmanische Reich. Dank der weit gespannten Betrachtung der Außenpolitik, des Gegen- und Ineinander der Interessen zwischen Paris, Moskau, Wien, Istanbul und Brandenburg erklärt Eickhoff, wie dramatische Ereignisse größter Tragweite sich wechselseitig bedingten, wie das Osmanische Reich seine tiefe innere Krise überwand, wie sein Zurückweichen in Südosteuropa den Aufstieg Österreichs zur Großmacht ermöglichte und vor allem - sonst nur als Randepisode behandelt - welche Bedeutung dabei dem 24-jährigen Seekrieg Venedigs gegen das türkische Reich zukam. Zugleich aber macht Eickhoff deutlich, wie sich im Aufeinanderprallen von westlicher und östlicher Lebensart und Geisteshaltung epochale Umwälzungen auf wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet herausbildeten. Wien, Venedig, die Hohe Pforte, Ungarn, Galizien, die Ukraine, Dalmatien, Griechenland, die Ägäis und die Dardanellen - das sind die Schauplätze, an die uns Ekkehard Eickhoff führt; Offiziere, Staatsdiener und Diplomaten der Republik Venedig, vom Hof des Sonnenkönigs und aus dem kaiserlichen Wien - das sind die Augenzeugen, die er wieder zum Sprechen bringt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.07.2008

Mit großer Begeisterung hat Rezensent Hans Pleschinsky diese völlig überarbeitete Neuausgabe eines Klassikers über den Widerstand der Republik Venedig gegen die Expansion der Osmanen und der Habsburger im Hochbarock gelesen. Nicht nur der "staunenswerten Detailkenntisse" seines Autors wegen, sondern auch auf Grund seiner für Pleschinsky stets spürbaren Faszination und Erschütterung von und durch seinen Stoff. Und so ermöglicht Ekkehard Eickhoff, wie der Rezensent bewundernd schreibt, in diesem schillernden Panorama eines Kampfes um Religionen und Wirtschaftsinteressen Blicke in dunkel-pompöse Welten von Schlachten und Serails, in Paläste und Stadtlandschaften, liefert Innenansichten vom Grauen auf den Galeeren und Pogrome gegen die Zivilbevölkerung, von den innersten Machtzirkeln der beteiligten Mächte und ihrer Gepflogenheiten. Aber auch die Schilderung einzelner Schlüsselfiguren dieser Epochen fesseln den Rezensenten sehr.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008

Geradezu ins Schwärmen gerät Rezensent Andreas Kilb über Ekkehard Eickhoffs Geschichte der Osmanen und des barocken Europa, ein Klassiker, der nun in einer Neuausgabe vorliegt. Zu Kilbs Freude handelt es sich dabei nicht um eine reine Überarbeitung des erstmals 1970 erschienenen Werks, sondern um ein, in weiten Teilen, "neues Buch". Er hält eine Reihe von Akzentverschiebungen und Ergänzungen fest: die Beschreibungen der Schlachten etwa treten zurück, den Nöten der Zivilbevölkerung wird mehr Platz eingeräumt. Beeindruckt hat ihn die Leidenschaft für die Geschehnisse, die der Autor an den Tag legt. Auch Eickhoffs "klassische" an Ranke, Mommsen und Droysen geschulte Diktion hat ihm gut gefallen. Den einzigen Nachteil des Buchs sieht er darin, dass es nach vierhundertfünzig Seiten aufhört, hätte er doch "ewig weiterlesen" können.
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