Die Türkei liegt geographisch, kulturell und historisch auf der Schwelle zwischen Europa und Asien. Diese Lage ist in vielfacher Hinsicht ein zentraler Faktor der türkischen Politik. Mit der 1999 gefallenen Entscheidung der Europäischen Union, die Türkei zu einem Kandidaten für eine Mitgliedschaft zu machen, und den im Oktober 2005 begonnenen Beitrittsverhandlungden hat das Land einen tiefgreifenden Wandlungsprozess vor sich. Udo Steinbach schildert knapp und anschaulich die innen- und außenpolitische Entwicklung der Türkei, vom Untergang des Osmanischen Reichs nach dem Ersten Weltkrieg über die türkische Staatsgründung im Jahre 1923 und den mühsamen Wandel vom Einparteistaat zur Demokratie bis in die Gegenwart. Besondere Aufmerksamkeit gilt den innenpolitischen Spannungsfeldern- etwa der Rolle des Islam oder der Politik gegenüber Minderheiten- und nicht zuletzt der sensiblen geopolitischen Rolle des Landes am Schnittpunkt unterschiedlicher wirtschaftlicher und strategischer Interessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.01.2001
Roland Schönbauer lobt Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts, dafür, dass er in seiner Geschichte der Türkei ohne Simplifizierungen auskommt. Weder stelle er einen Gegensatz zwischen westlicher und islamischer Welt her noch leite er Politik, Wirtschaft und soziale Probleme vom Osmanischen Reich ab, noch beschreibe er die Türkei als Spielball anderer Staaten oder als selbstbestimmte Regionalmacht. Der Autor habe die Aufmerksamkeit vielmehr auf die geopolitisch einmalige und bedeutsame Lage sowie auf wirtschaftliche Gegensätze im reichen Westen und dem armen Osten des Landes gelenkt. Allerdings mit einer, wie der Rezensent meint, unzulässigen Verkürzung. Diverse gewaltige Staudammprojekte dienten nicht in erster Instanz dem wirtschaftlichen Fortschritt, sondern dazu, mit dem "Druckmittel Wasser" Nachbarländer und Kurden kontrollieren zu können.
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