Aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Leda ist fast fünfzig, geschieden, sie unterrichtet Englisch an der Universität in Florenz. Die erwachsenen Töchter sind jetzt beim Vater in Kanada, und Leda muss sich eingestehen, dass sie statt der erwarteten Sehnsucht vor allem Erleichterung empfindet. Den heißen Sommer verbringt sie in einem süditalienischen Küstenort: Bücher, Sonne, das Meer, was könnte friedlicher sein? Am Strand macht sich neben ihr allerdings eine übermütig lärmende neapolitanische Großfamilie breit, darunter eine noch junge Mutter und deren kleine Tochter. Leda beobachtet die beiden über Tage, zunächst fasziniert, wohlwollend. Allmählich aber schlägt ihre Stimmung um, irgendwann folgt sie einem Impuls und tut dem kleinen Mädchen und der Familie etwas Unbegreifliches an. Und wird selber heimgesucht, von lange verdrängten Erinnerungen - an gravierende Entscheidungen, die sie zu treffen hatte, ganz zum Leidwesen ihrer eigenen Töchter ...
Was bedeutet es, eine Frau und Mutter zu sein?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.04.2019
Rezensentin Maike Albath freut sich über zwei neue, vielmehr zwei neu aufgelegte Bände von Elena Ferrante. Faszinierter scheint die Kritikerin noch von dem in Italien bereits 2003 in abgespeckter Variante erschienenen Essayband "Frantumaglia", der Briefe und Essays aus den Jahren 1991 und 2006 enthält und in dem die öffentlichkeitsscheue Ferrante Einblicke in ihre Werkstatt und Poetik liefert, aber auch über Fiktion, Privatssphäre und Mutterschaft sinniert. Auch in ihrem dritten, bereits 2006 erschienenen Roman "Die Frau im Dunkeln" beschäftige sich Ferrante mit dem Thema "Mutterschaft", fährt die Kritikerin fort, die staunt, wie differenziert die Autorin hier die ambivalenten Muttergefühle von Angst, Stolz, Übergriffigkeit und Kritik benennt.
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