40 Minuten Laufzeit. Regie: Ulrich Gerhardt. "er nicht als er" - das sind zwölf Variationen über den inneren Alltag des Dichters Robert Walser (1878-1956).
"Ganz weich und bestimmt" liest Bruno Ganz, einen besseren Sprecher kann sich Konrad Heidkamp für Elfriede Jelineks "Hommage" an den Schweizer Robert Walser eigentlich nicht vorstellen. Und so schwärmt der Rezensent, dass man bei diesem "Dramolett" als Hörer "bis zum Schluss" "milde verwirrt" bleibt, obwohl doch "alles klar" ist. Ganz trage diesen Text von Jelinek als Interview, Monolog und Gespräch in einem vor. "In verschiedenen Zungen" gebe er den Zustand Walsers, der die letzten 23 Jahre seines Lebens in einer Nervenheilanstalt verbracht hatte, wieder, schreibt Heidkamp beeindruckt. Zwölf Variationen, gehalten von "Gedankensplittern" und "Satzfragmenten", zeigten den "inneren Alltag" des Schriftstellers in der Klinik. Dabei habe Jelinek dessen Technik angewendet, "Ironie" und "bösen Sprachwitz" "elegant" und "artistisch" mit gedanklichen Assoziationen zu verbinden. Heidkamp ist hin und weg: von Jelineks Stück wie auch von Ganz' Vortrag.
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