Am 29. Februar 2004 bricht das erste eigene Schiff der Kölner Hilfsorganisation Cap Anamur zu seiner Jungfernfahrt auf. Niemand ahnt, dass dies auch seine letzte Fahrt sein wird. Im Frachtraum der "Cap Anamur" befinden sich neben Hilfsgütern, Lebensmitteln, Medikamenten und Jeeps auch zwei komplette Krankenhausaustattungen. Die erste wird wie geplant nach Liberia verschifft, die zweite soll via Mittelmeer und Suez-Kanal in den Irak gebracht werden. Ein Motorschaden zwingt die "Cap Anamur" in Malta Station zu machen. Bevor das Schiff seine Fahrt jedoch wie geplant fortsetzen kann, rettet die Besatzung 37 Afrikaner aus Seenot - und löst damit eine europaweite politische Krise aus. Wochenlang wird die "Cap Anamur" von Kriegschiffen belagert, verweigern italienische Behörden das Einlaufen in den Hafen Porto Empedocle. Schließlich wird es genehmigt, aber kaum an Land, werden die Afrikaner unverzüglich abgeschoben. Der Kapitän und der Erste Offizier der "Cap Anamur" sowie der Cap Anamur-Vorsitzende Elias Bierdel werden verhaftet und der Schlepperei beschuldigt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.08.2007
Überzeugend findet Florian Sendtner dieses Buch des Cap-Anamur-Vorsitzenden Elias Bierdel über die Hintergründe des Flüchtlingsdramas im Juni 2004, als die Cap Anamur 37 Menschen aus ihrer Seenot rettete. Er attestiert dem Autor, die Vorgänge um seine Verhaftung und die Beschlagnahmung des Schiffs nach Einfahrt in den Hafen Porto Empedocle auf Sizilien, wo ihm wegen Schlepperei der Prozess gemacht wird, engagiert und zugleich "sehr sachlich" zu schildern. Außerdem gelinge es Bierdel, sich "glänzend" gegen die Vorwürfe des ARD-Magazins Panorama zu verteidigen, das Ganze sei inszeniert gewesen, um Geld zu machen. Dass Heidemarie Wieczorek-Zeul dem Autor im Vorwort Schützenhilfe gibt, kann Sendtner nur begrüßen, zumal er darin eine "schallende Ohrfeige" für deren ehemaligen Kabinettskollegen Otto Schily sieht, der Bierdel mit den deutschen Strafverfolgungsbehörden gedroht hatte.
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