Elif Shafak

Die Heilige des nahenden Irrsinns

Roman
Cover: Die Heilige des nahenden Irrsinns
Eichborn Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783821857503
Gebunden, 416 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Margarete Längsfeld. Wenn Omar eines in den wenigen Monaten in Boston gelernt hat, dann dies: Amerikaner lieben es, wenn sie Namen aussprechen können. Namen sind die Brücken zu den Burgen der Existenz anderer Menschen. Jemanden anderes Namen zu lernen heißt, einen Teil seiner Existenz zu verstehen. Und so hat sich Ömer in Omar verwandelt, ist in eine WG mit Abed und Piyu gezogen und hat sich Hals über Kopf in Gail verliebt. Gail ist eine attraktive Amerikanerin, die eigentlich Zarpandit heißt und ihre Unsicherheit und Schüchternheit durch sexuelle Eskapaden und merkwürdige Obsessionen überspielt. Was Gail und Omar vereint, ist das Gefühl, nur in ihrer Beziehung sie selbst sein können. Und das Wissen, daß ihre Vorstellung vom amerikanischen Traum nicht dieselbe ist ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2005

Beeindruckt zeigt sich Manuel Gogos von dem neuen Roman der in den USA lebenden Anführerin der jungen türkischen Literaturszene Elif Shafak. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin verstehe es, in "mystischer Erzähllogik" Gegensätzliches aufeinander prallen zu lassen, so der Rezensent. Und dies demonstriert sie, indem sie drei Studenten aus der Türkei, Marokko und Spanien im amerikanischen Nachtleben stranden lässt, auf der Suche nach der Stillung ihrer Süchte, nach Antworten auf ihre Fragen nach Gott und Schicksal und letztendlich auch nach der Liebe. Diese finden unsere Helden allesamt bei Frauen, die sich mit ihren Neurosen als "echte Amerikanerinnen" ausweisen, lesen wir. Glogos lobt die daraus entstehenden "kulturellen Versatzstücke der Hybridität" und erkennt, dass "das 'Exil' letztlich ein metaphysisches Problem" ist. Shafak enthülle und hüte gleichzeitig das Geheimnis des Menschseins, findet der Rezensent, anscheinend gefangen von Shafaks Mystik. Vorsichtige Kritik muss er dann aber doch äußern und vermisst teilweise Lebendigkeit bei den Figuren.

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