Als Flor de Mayo, Leiterin eines Waisenhauses in Guatemala, unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, begibt sich Roger de Graetz, dem sie als sein Kindermädchen ans Herz gewachsen war, auf ihre Spuren. Seine Suche wird zu einer Reise in die Vergangenheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2000
Dieses "brillante Debut" hat Jörg Häntzschel zu einer nicht weniger brillanten Rezension inspiriert. Häntzschel lobt den "spröden und kühlen Erzählstil", den Goldman in seinem zweiten Werk ("Das gestohlene Leben") überspitzt habe. Dann analysiert Häntzschel anhand des Romans die Auswirkungen der Militärdiktatur, die Guatemala 30 Jahre lang beherrscht hat: Sie finden beklemmend ihren Ausdruck in den "paranoiden Strukturen", in denen sich Roger, die Hauptfigur, bewegt - nie weiß er ob jemand ein Freund oder ein Feind ist. Jedes Alibi ist gleichzeitig ein Schuldbeweis. Alle leben mit "segmentierten und variablen Identitäten". Gleichzeitig trage den Leser eine "mächtige erotische Unterströmung" durch die "bestürzend unromantische" guatemaltekische Wirklichkeit. Dass diese realistische Darstellung eine "meisterhaft kontrollierte" Eleganz nicht ausschließt, gehört für Häntzschel zu den beeindruckendsten Seiten des Buches.
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