Aus dem Englischen von Michaela Grabinger. Ella hat einen Ehemann, drei Kinder im Teenageralter und ein schönes Zuhause in einer amerikanischen Kleinstadt. Eigentlich sollte sie glücklich sein, in ihrem Herzen breitet sich aber zusehends eine Leere aus, die früher von Liebe gefüllt war. Doch als sie als Gutachterin für eine Literaturagentur tief in einen Roman über den Sufi-Dichter Rumi und die vierzig geheimnisvollen Regeln der Liebe eintaucht, wird ihre Welt auf den Kopf gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2013
Als eine Bestsellerautorin, die auch vor den heißestes politischen Eisen nicht zurückschreckt, charakterisiert Manuel Gogos die türkische Schriftstellerin Elif Shafak. Insofern ist er von ihrem neuen Roman "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" zunächst ein wenig enttäuscht: "Nah am Wasser und auch am Klischee gebaut" sei die Protagonsitin Ella, die von ihrem Mann betrogen wird und ihre Kinder mit aufwendigen Mahlzeiten verwöhnt. Sie beginnt eine Korrespondenz mit dem Autor eines Romans über den Sufi-Mystiker Rumi und dessen Inspirator Schams-e Tabrizi, referiert der Rezensent, und hier, in der Darstellung des Sufismus, findet er endlich die erhoffte "politische Sprengkraft", indem Shafak einen anderen Islam evoziere als den der konservativen Regierungspartei AKP.
Ingo Arend will sich nicht recht begeistern für den neuen Roman der einstigen Feministin und Anarchistin Elif Shafak, deren aufbrausende Zeiten, in denen man sie noch der Herabsetzung des Türkentums zieh, nach zuletzt auffälliger Zurückhaltung, einer proklamierten spirituellen Wende und der Ehe mit einem Anhänger des islamischen Predigers Fetullah Gülen wohl der Vergangenheit angehören dürften. "Erbauungsliteratur für den gehobenen Mittelstand" und Spitzen ins Esoterische, die in einer Ideologie der friedfertigen Selbstunterwerfung gipfeln, sieht er dann auch in ihrem neuen Werk vorliegen, das sich lose als Fürsprache eines gemäßigten Islam lesen lässt, so der Kritiker. Und doch, ganz verdammen kann er das Buch nicht, verberge sich hinter all dem Kitsch doch ein subversives Anliegen: So singe Shafak im Grunde ein klar erkennbares Loblied auf die Tradition der sufischen Mystik und deren Sinnenfreude.
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