Mit dem vorliegenden Buch liegt uns eine außergewöhnliche Arbeit der 1938 in der Eifel geborenen und heute in Wuischke und Berlin lebenden außergewöhnlichen Dichterin Elke Erb vor. Sie öffnet sozusagen den Dichtraum unter und neben ihren Texten und legt ihn in Kommentaren frei. Um eines vorauszuschicken: Es fällt schwer, den künstlerischen Kommentar von der Kunst selbst zu unterscheiden, denn wenn er gelingt, speist er sich aus der Form und wird selbst Form. Insofern könnte man vielleicht den Gedichtkommentar als jene eigene Kunstform begreifen, die diskursive mit ästhetischen Ansprüchen verbindet und der Hybridtext schlechthin ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2016
Heinrich Detering gerät bei der Lektüre von Elke Erbs "Gedichten und Kommentaren" ins Schwärmen: Die Auswahl der hier neben den lyrischen Stücken aus den Jahren 2003 bis 2013 abgedruckten Kommentare war eigentlich nicht zur Veröffentlichung, sondern als Hilfestellung für den slowenischen Übersetzer gedacht, informiert der Kritiker. Umso dankbarer liest er die meist "nüchternen" Notizen, in denen Erb nuanciert und selbstkritisch ihre Poetik reflektiert, Gestik des Vortrags ebenso bedenkt wie Reime, Vokalgebrauch oder Metaphern, und sich dabei gelegentlich ins Grenzgebiet zwischen "Ästhetik und Theologie" aufschwingt. Ein großartiges Buch, das die Lyrik Erbs zwischen "Selbsttraining und Meditation" mit äußerster Präzision erschließt, lobt der Rezensent.
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