Brigitte Oleschinski

Reizstrom in Aspik.

Wie Gedichte denken. Ein Poetik-Projekt mit Urs Engler
Cover: Reizstrom in Aspik.
DuMont Verlag, Köln 2002
ISBN 9783832158163
Gebunden, 131 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Wie denken Gedichte? In der erzählenden Poetik von Brigitte Oleschinski denken Gedichte weit ausholend über alles nach: über Gegenwart, Gesellschaft und Geschichte, über Körper und Klang, über Skylines und Fruchtfliegen. Ein einzelnes Wort kann eine Philosophie begründen, ein ganzes Denkgebäude durch den Geruch eines Shampoos widerlegt werden. In ihren Schreibimpulsen folgt die Dichterin Brigitte Oleschinski der Eigenart poetischer Erkenntnis, die zwischen alltäglichen Erfahrungen und gespannter Aufmerksamkeit für die Möglichkeiten der Sprache vermittelt. So entsteht ihre Poetik im Geflecht von Tradition und Internetprojekten, im Gespräch mit der Lyrikerin Elke Erb oder in den Reflexen einer politischen Generation.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2002

Um eines handelt es sich bei diesen gesammelten Texten von Brigitte Oleschinski gewiss nicht: um eine regelrechte Poetik. Das charakteristischste Merkmal, so Hans-Herbert Räkel, der aus ihnen zitiert und zitiert, ist die "Abschweifung". Und zwar zu sich selbst, ganz indiskret: zur Beschreibung ihres Erlebens des Schreibens. Ganz besonders mysteriös geht es, wenn man dem Rezensenten glauben darf, im Text "Südpolen" zu, der von einem Gedicht berichtet, das noch nicht existiert. Klarer, distanzierter: "Baustellen, Wespen, Abendgeruch", da zeigt die Dichterin, wie sich "Wortbewegung" und "Zeilenfall" einstellen. In der Mitte des Bandes gibt es ein Gespräch mit der Kollegin Elke Erb von 1995, dessen beibehaltene Mündlichkeit Räkel nicht ganz unproblematisch findet. Ansonsten aber scheint er fasziniert und fragt sich, ob derart viel versprechende Rede von kommenden Gedichten deren Ausführung nicht fast "überflüssig macht".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2002

Angelika Overath traut, wie sie am Ende ihrer Rezension der poetologischen Textsammlung "Reizstrom in Aspik. Wie Gedichte denken" von Brigitte Oleschinski schreibt, Gedichten wieder mehr Antworten zu. Gedichte erscheinen der Rezensentin "hermetisch", und mit Oleschinski begreift sie sie als "latente Energien", die man sich in der "persönlichen Lektüre" erschließt. Die Autorin, Jahrgang 1955, gehöre zu den bedeutenden neuen Stimmen der deutschsprachigen Lyrik, so Overath, und diese Zusammenstellung von Interviews, Aufsätzen und Notizen böten dem Leser die Gelegenheit, "einer komplexen, ja schwierigen Lyrikerin über die Schulter zu sehen, und das in wechselnder Perspektive und manchmal sehr nah".

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