Nach dem russischen Übersetzungsmanuskript ins Deutsche übertragen von Günter Jäniche. Bearbeitet und illustriert von Kat Menschik. Estland ist bekanntlich das Heimatland der Nixen. An einer wissenschaftlichen Darstellung dieser Spezies hat es bisher gefehlt. Vetemaas Standardwerk bringt diesen Forschungszweig der Dämonologie auf den neuesten Stand und schließt damit eine empfindliche Lücke. Keinen Naturfreund werden diese anmutigen Geschöpfe gleichgültig lassen. Auch der Autor zeigt sich von ihren Reizen entflammt, was ihn jedoch nicht daran hindert, eine exakte Taxonomie zu entwerfen. Seine Pionierarbeit unterscheidet erstmals die Schönhaarigen (Euplocamidae) von den Lauthalsigen (Carrulidae) und die Nackttitten von den Heulsusen. Ohne Kat Menschiks kongeniale Illustrationen, mit denen es üppig ausgestattet ist, wäre dieses Bestimmungsbuch freilich nur halbwegs so verlockend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2002
Dieses Buch stimmt den Rezensenten ärgerlich. Es ist weniger die pedantische-schrullige Wissenschaftlichkeit dieses Bestimmungsbuches, das sich auf 336 Seiten über Nixen und sämtliche Nixenuntergattungen im baltischen Raum auslässt, und die Burkhard Müller schnell gelangweilt hat. Richtig erzürnt zeigt er sich über die 648 Illustrationen von Kat Menschik, die den Textteil schnell in den Hintergrund treten lassen und ihm schlicht abgekupfert erscheinen. Und zwar bei Anke Feuchtenberger, die vor Jahren selbst mal ein Nixenbuch gezeichnet hat. Müller unterstellt Menschik, sie habe keine eigene künstlerische Sprache, weshalb sie von allem, was sie nachahme, zuviel beifüge, außerdem stilistische Brüche und "ornamentale Verflachung" in Kauf nehme. Besonders ärgerlich sei, schimpft Müller, dass Menschik von Feuchtenbergers Ruhm profitiere und mittlerweile neben ihr, laut "Vogue", zur zweitbesten Zeichnerin Deutschlands aufgestiegen sei. Dabei liefere Menschik bloß eine paar nette harmlose Bildchen, die sich problemlos Vetemaas Sichtweise von den asexuellen Nixen anpassten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2002
Interessiert hat den "rox." zeichnenden Rezensenten an diesem Buch offenbar vor allem der Autor. Über ihn erfahren wir, dass er in Tallinn lebt, früher Chemieingenieur war und dann über die Kompositionslehre zur Literatur wechselte. Über die von ihm beschriebenen Nixen erfahren wir jedoch nur, dass sie sich unter estnischen Vollmonden und an Ufern (des Meeres, der Flüsse, der Seen?) zeigen. Dies "sonderbare und sonderbar anrührende Buch" ist auch schon einmal in der DDR erschienen, schreibt "rox.", und dass eine Berliner Illustratorin es jetzt mit sehr genauen Illustrationen geschmückt hat. Aber was sind Nixen? Wie viele Arten gibt es? Und hat der Autor sie alle, wirklich alle, gefunden und bestimmt?? Fragen über Fragen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…