In englischer Sprache. Eric Gouldens Musikerbiografie ist eine From-Rags-to-Riches-Story. Nur dass es bei Goulden auch wieder steil zurück zu den Rags ging. Ein massives Drogenproblem ist natürlich auch dabei, in Gouldens Fall eine Amour fou mit dem Alkohol. Und eine Amour fou des selbsternannten "Donovan of Trash" zur Popmusik. Soviel Freude sie auch dem Publikum bereitet, soviel Ärger kann Popmusik den Produzenten machen. Davon kann Goulden ein Liedchen singen bzw. ein Buch schreiben. In "A Dysfunctional Success" zeichnet Goulden sein Leben nach. Geburt, Coming of Age im grimmigen England der 1960er und 1970er Jahre, beschissene Jobs und (vermeintliche) Rettung durch Pop. Er schreibt über seine Unfähigkeit, sich in die Gesellschaft einzufügen, den schnellen Ruhm und die lange Erfolglosigkeit beim Label Stiff Records, das seinen Labelmates wie etwa Elvis Costello, Nick Lowe oder Madness durchaus funktionierenden Erfolg bescherte. "A Dysfunctional Success" ist nicht nur die Geschichte eines verkannten Genies, sondern auch die subjektive Geschichte des Punk von einem, der von Anfang an nicht nur dabei, sondern mittendrin war.
Ursprünglich ist dieses autobiografisch gefärbte Buch des Musikers Wreckless Eric schon 2003 erschienen, weiß Rezensent Gregor Kessler, jetzt hat ein Mainzer Verlag es auf Englisch neu aufgelegt: Vieles der Handlung spielt sich in heruntergerockten Bars ab, Wreckless Eric ist immer auf der Suche nach Zugehörigkeit, die er aber kaum findet. Das Label, bei dem er 1977 seine einzige Hitsingle veröffentlicht, ist ganz vorne mit dabei, als es um die Entstehung von Punk als neuer Subkultur geht, aber schnell ist die titelgebende Dysfunktionalität in Form von Alkoholismus und Geldmangel präsent, erfahren wir. Eine lesenswerte Geschichte des Scheiterns und dennoch Weitermachens, schließt der Rezensent.
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