Aus dem Englischen von Dora Fischer-Barnicol. Einer der dunkelsten und faszinierendsten Texte Eric Voegelins. Fragment geblieben, behandelt er das Thema der Metaphysikblindheit der Moderne. Peter J. Opitz, der Herausgeber seiner Schriften, geht in einem luziden Nachwort auf die Zusammenhänge seiner Entstehung und den Kontext ein, in dem "Realitätsfinsternis" thematisch und werkgeschichtlich steht. "Durch einen Akt der Imagination kann der Mensch sich zu einem Selbst schrumpfen, das dazu verdammt ist, frei zu sein."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2010
Erst sieht es so aus, als wollte Otto Kallscheuer uns Eric Voegelin als vergessenen Intellektuellen vom Schlag eines Adorno oder Löwith in Erinnerung rufen. Anhand von Voegelins düsterer Zeitdiagnostik gelingt ihm das allerdings nur insofern, als er uns das "grandiose Scheitern" des Autors vorstellt. Das von Peter J. Opitz edierte und kommentierte Fragment jedenfalls, in dem Voegelin etwa die Psychose und Sartres Existenzialismus als Belege für die Realitätsfinsternis in der Moderne anführt, lässt laut Rezensent eines ganz schmerzlich vermissen: Einen Gegenentwurf nämlich, ein unabhängiges Kriterium, wie sich ein krankes von einem gesunden Selbstbewusstsein denn unterscheidet. Obgleich Voegelins Diagnose im Anfang stecken bleibt, vermag Kallscheuer ihr dennoch etwas abzugewinnen. Die vom Autor angeführten, freilich gleichfalls verdammten Ersatzrealitäten des an der Moderne erkrankten Menschen (Schillers Universalgeschichte, Comtes Positivismus) scheinen ihn in diesem Kontext immerhin zu beeindrucken.
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