Der Antrieb aller Religionen lautet: Erlösung vom Übel. "Erlösung" ist aber keine statische Idee. Sie entwickelt sich vom Mythos zur aufgeklärten Religiosität. Diese strebt nach einer "Geborgenheit im Schlechten", einem Welteinverständnis trotz aller Weltübel: "Es ist, wie es ist, und es ist gut." Das religiöse Welteinverständnis stützt sich auf metaphysische Überschüsse in unserer Erfahrung: Erstens die Existenz objektiver Werte, welche die Grenzbegriffe des guten Lebens und der Erlösung miteinander verschränken. Zweitens die Existenz des Schönen, nicht nur als Artefakt, sondern auch als Naturgegebenheit. Drittens das "Wunder" der Existenz, insofern nichts, was faktisch ist, aus sich selbst heraus bestehen kann.Obwohl die Existenz der Übel jedes Bild eines persönlichen Gottes zerstört, sind in der Welt Spuren eines "Initialereignisses" enthalten, dessen Vollkommenheit keine Einschränkung duldet. Was "vollkommen" bedeutet, unterliegt einer Blockade, die freilich das religiöse Fragen nicht sinnlos macht, es vielmehr anstachelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2006
Alexander Kissler findet Peter Strassers "Einführung in die Religionsphilosophie" berückend überzeugend und dazu noch sehr "originell". Der Autor will in seinem Buch keine fertigen Antworten geben, sondern fragt zur Freude des Rezensenten nach den Möglichkeiten einer zeitgemäßen religiösen Haltung. Sowohl mit der modernen Theologie, die die biblischen Erzählungen nurmehr metaphorisch deutet, als auch mit den Naturwissenschaften und ihren jedwede Transzendenz leugnenden Theorien geht der Autor scharf ins Gericht und argumentiert für eine Welt mit "intrinsischem Wert", informiert Kissler, der Strassers Buch als gelungenen Beitrag zur Bewältigung der religiösen Problematik der Gegenwart würdigt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…