Der erste Teil des besonders wertig ausgestalteten Bandes mit dem Titel "Nachtschicht" versammelt die letzten Gedichte von Erika Burkart: 58 Texte, luftige und fragile Aufzeichnungen einer Sterbenden, die sich selbst beobachtet und begleitet, solange sie Worte dafür hat. Ergänzt werden die Texte durch faksimilierte Abbildungen der Handschrift der Dichterin. Auf Nachtschicht folgt mit "Schattenzone" ein poetisches Pendant: Gedichte des Lebensgefährten Ernst Halter, der mit seiner Frau den letzten Weg am Ende eines langen Zusammenseins gegangen ist. Ergänzt werden die beiden lyrischen Stimmen von einem essayistischen Text Halters, der in den Kosmos der Nachtschicht einführt und ihn kommentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2011
Höchst beeindruckt und dicht schreibt Astrid Kaminski über diesen doppelten lyrischen Blick auf ein Sterben - den Blick der Sterbenden selbst und den Blick ihres Lebensgefährten Ernst Halter, der sie auch durch die Zeit begleitete, in der sie nicht mehr sprach. Kaminski beschreibt vor allem die Intensität der Benennung, die, wie sie bewundernd anmerkt, frei ist von allen "poetologischen Positionen", als gebe es in diesen Gedichten kein Statement über Sprache mehr, sondern nur mehr präzise Wahrnehmung, aber auch Trost. In einem Vers Halters, den Kaminski zitiert, ist dies benannt. Sie "bitte den Schmerz / um das Wort, das trifft", heißt es da. Und die Rezensentin notiert: "Darin wird sie erhört."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2011
Die letzten Gedichte von Erika Burkart vor ihrem Tod aus den Jahren 2008 und 2009 und die Trauer-Gedichte ihres Lebensgefährten Ernst Halter hat Beatrice Eichmann-Leutenegger gelesen. Aus Burkarts Gedichten, die seit jeher eine besondere "Teilhabe an der Schöpfung" demonstrieren, nimmt die Rezensentin jetzt einen schon früher angedeuteten, aber nun kräftiger angeschlagenen Klageton wahr. Die Autorin, die im April 2010 nach langer Krankheit starb, lehnt sich gegen den Verlust von Sprache und Welt auf, indem sie Reime, Gleichklängen und ungewöhnliche Komposita verwendet, so die Rezensentin berührt. Die Gedichte Ernst Halters, die Burkharts Texten in diesem Band gegenübergestellt werden, stehen in der Tradition der poetischen Klage um die verlorene Geliebte, wie sie zuletzt von Friederike Mayröcker oder Gerhard Meier vorgelegt worden sind. Hier vernimmt Eichmann-Leutenegger neben aller Trauer auch das "Bekenntnis zur unbeschönigten Bestandsaufnahme", das Halter mit der Verstorbenen vereint.
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