Ein Spätsommertag im Künstlerdorf Fischerhude bei Bremen: Im früheren Atelierhaus der Bildhauerin Clara Westhoff wird renoviert. Tochter Ruth ist nach vierzig Jahren mit ihrer Familie und dem Nachlass des weltberühmten Vaters Rainer Maria Rilke heimgekehrt. Draußen im Garten, am Ufer der Wümme, wo unter alten Weidenbäumen Eisvögel brüten, holen Ruth Erinnerungen ein, an die Kindheit und das bewegte Leben mit ihren Künstlereltern. Ein Roman, der faszinierende Einblicke in das außergewöhnliche Verhältnis zwischen Rilke und seiner "kleinen großen Ruth" bietet. Mit vielen Originalzitaten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2023
Die hier rezensierende Dichterin Silke Scheuermann ist gerührt von Erika Schellenbergers Roman, der einen Tag im Leben von Ruth Rilke zum Inhalt hat, der gemeinsamen Tochter von Rainer Maria Rilke und Clara Westhoff. So unaufgeregt das Leben der Tochter auch war, die von ihren Eltern früh alleingelassen wurde, um nach Rilkes Tod seinen Nachlass zu verwalten, so einfühlsam und auch witzig stellt die Autorin es dar, schreibt Scheuermann. Basierend auf intensiver Archivrecherche erzählt Schellenberger laut Rezensentin, wie Ruth Rilke 1957 an ihren Kindheitsort Fischerhude zurückkehrt, um das Atelier ihrer Mutter zum Archiv umzubauen. Anrührend findet Scheuermann vor allem die Suche der praktisch veranlagten Protagonistin nach Spuren, die sie mutmaßlich im Werk des kaum gekannten Vaters hinterlassen hat.
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