Herausgegeben von Robert Eikmeyer und Thomas Knoefel. Laufzeit: 195 Minuten. Mit einer Cover-Illustration von Jonathan Meese. Verteilt auf drei Audio-CDs finden sich hier zum ersten Mal nahezu die gesamten von Jünger noch existierenden Tonaufnahmen. Die Herausgeber haben eine Vielzahl von Tondokumenten gesichtet, die vielfach eigens für diese Produktion restauriert und digitalisiert wurden. Neben den Tonarchiven der Rundfunkanstalten waren die Archivbestände des Deutschen Literaturarchivs in Marbach eine essentielle Quelle. Die Palette reicht von Amateuraufnahmen über Livemitschnitte bis hin zu aufwendigen Studioproduktionen. Chronologisch angeordnet gewähren die Aufnahmen Einblicke in Jüngers facettenreiches Leben und Werk. Immer wieder versetzt sich der Autor in wichtige Phasen seiner Biografie und geht auf zentrale Bücher und Texte wie den "Arbeiter" oder die "Stahlgewitter" ein.
Alexander Cammann hätte sich die Stimme von Ernst Jünger anders vorgestellt, zum Schreiber will der "leicht knödelige, zudem schnarrende Ton" nicht so recht passen, findet er. Trotzdem sind die versammelten Tonbandaufnahmen Jüngers auf der CD "Mein Gegner ist die Sprache" durchaus spannend, stellt der Rezensent klar. In einem Interview zum siebzigsten Geburtstag etwa wird Jünger auf seine politische Distanz zur eigenen revolutionären Vergangenheit angesprochen und antwortet bloß: "Ein alter Revolutionär wirkt wie ein alter Freier auch leicht komisch". Solche und ähnliche Stellen trösten Cammann über den auch hier vorhandenen Pomp hinweg - "titanische Entwicklungen", "planetarische Dimensionen" und "epochale Gegensätze" sind eigentlich nicht nach seinem Geschmack.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2013
Ernst Jünger hat einmal gesagt, "ein Tonband ist für mich wie ein Präservativ", erinnert sich Jörg Magenau. Trotz seiner Vorbehalte gegen die neuen Medien, hat Jünger sich im Laufe seines Lebens genug Audiomaterial abringen lassen, dass es für diese hundertfünfundneunzig Minuten lange Sammlung gereicht hat, die Robert Eikmeyer und Thomas Knoefel mit "Mein Gegner ist die Sprache" herausgegeben haben, berichtet der Rezensent. Trotzdem: der Kondomvergleich trifft, findet Magenau, Jüngers Stimme wirkt vom Band eigenwillig steril, eher schleppend und "ein wenig gequetscht". Das tut dem Interesse aber keinen Abbruch, beruhigt der Rezensent, Eikmeyer und Knoefel haben ein paar echte Raritäten zusammengetragen, die Jünger eher als stillen Waldgänger denn als markigen Soldaten zeigen. Besonders seine Rede zur Eröffnung einer Alfred-Kubin-Ausstellung in München 1964 verrät viel über Jüngers eigenen Charakter, verrät Magenau.
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