Der Shintô, eine Mischung von Natur- und Ahnenkult mit einer starken gemeinschaftsbegründenden, politischen Komponente, ist für einen Nicht-Japaner nicht leicht zu verstehen. Die Hauptschwierigkeit besteht dabei nicht in irgendwelchen komplizierten Lehren oder Konzepten, sondern gerade in deren Abwesenheit. So besitzt der Shintô weder einen Gründer noch eine Heilige Schrift, noch eine festumrissene Glaubenslehre. In der vorliegenden Einführung werden die Besonderheiten des Shintô anschaulich und verständlich dargestellt, das historisch bedeutsame Verhältnis von Staat und Shintô erörtert und die Einflüsse des Shintô auf deas heutige Japan angesprochen. Zum Abschluß wird der Shintô in den Kontext der aktuellen Diskussion um die "asiatischen Werte" gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2001
Steffen Gnam findet Ernst Lokowandts einführende Studie in den Shintoismus durchaus gelungen, da der Autor aufzeigt, wie diese japanische Naturreligion auch die moderne Gesellschaft, die "japanische Fühl-, Denk- und Handlungsweise" durchdringt. Der Autor vermittle dem Leser darüber hinaus, inwieweit diese Religion in ihrer Geschichte vereinnahmt beziehungsweise instrumentalisiert wurde: Sie ging in die Lehren des "esoterischen Buddhismus" ein, fand zu einer Symbiose mit Taoismus und Konfuzianismus und war dem japanischen Militarismus ideologische Stütze, berichtet Gnam. Der Autor komme zu dem Schluss, dass "Shinto" in der neueren Geschichte die "geborene Staatsreligion" bleibe, trotz der Trennung von Staat und Religion.
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