Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Mit Illustrationen von Quint Buchholz. Ein junges Paar, erschöpft vom Lärmen der Großstadt, bezieht ein Gartenhaus außerhalb Tokyos. Als eines Tages ein kleines Kätzchen auftaucht, unterbricht es die beschauliche Stille des weitläufigen Gartens. Es dauert nicht lange, bis sie es dabei beobachten, wie es sich inmitten der Blumenbeete im Schatten der Bäume räkelt, mit Schmetterlingen und Libellen herumtollt und durch das Unterholz streift. Mehr und mehr öffnen sich die beiden dem unverhofften Gast, und bemerken dabei kaum, was die Katze tatsächlich für ihr Leben bedeutet - bis sie eines Tages verschwindet. Ein Haus und ein Garten, anmutig in seiner aus der Zeit gefallenen Schönheit. Ein Paar, das einen neuen Anfang sucht. Eine scheue Katze, die die Freiheit liebt. Takashi Hiraide verzaubert den Leser mit einem poetischen, zutiefst ergreifenden Roman über die Liebe und die Zerbrechlichkeit des Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.03.2015
Dank Ursula Gräfes feinsinniger Übersetzung kann mit Takashi Hiraide einer der bedeutendsten Dichter Japans nun auch hierzulande entdeckt werden, schwärmt Rezensent Leopold Federmair, der die Erzählung "Der Gast im Garten" mit viel Freude gelesen hat. Der knappe Prosaband, der die lyrische Herkunft des Autors nicht verhehlt, führt den Kritiker in die zu Ende gehende Showa-Epoche und behandelt am Rande die beginnende Wirtschaftskrise Japans. Vor allem aber liest Federmair hier von der nahezu religiösen Verehrung des Erzähler-Ehepaars für eine plötzlich im Garten auftauchende, engelsgleiche Katze. Ein zartes, bisweilen melancholisches Meisterwerk, das in der Tradition der japanischen Naturverehrung geschrieben ist, lobt der Rezensent.
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