Chisako Wakatake

Jeder geht für sich allein

Roman
Cover: Jeder geht für sich allein
Cass Verlag, Löhne 2021
ISBN 9783944751252
Gebunden, 109 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Jürgen Stalph. Mit 24 ging Momoko in die große Stadt, nach Tokyo, um die Zwänge der Provinz hinter sich zu lassen, um frei zu sein. Sie war sich für keine Arbeit zu schade, schuftete, passte sich an, gab sich, wie man es von ihr erwartete: folgsam, freundlich, auf Harmonie bedacht. Und schlug so unversehens den Weg ein, den die Gesellschaft ihr vorgab: Mann, Kinder, ein schönes Zuhause. Jetzt, mit 74, ihr Mann ist tot, die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, denkt Momoko nach. Über die Träume, die sie einst hatte. Über die Liebe. Über das Altern. Über Einsamkeit. Und nach fünfzig Jahren Leben mit der Hochsprache kommt mit Macht wieder, was die junge Momoko in Tokyo immer für ein Stigma hielt: ihr Dialekt. Ihre Heimat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2021

Rezensentin Irmela Hijiya-Kirschnereit findet Trost in dem Buch von Chisako Wakatake. Seine lange Entstehungszeit merkt sie dem Text an, so voll von Erfahrungen und Beobachtungen, der Jahreszeiten und der japanischen Bräuche etwa, und von Stimmen ist es, staunt die Rezensentin. Dass die in Dialekten tönenden Stimmen, die Jürgen Stalph laut Rezensentin versiert und durchaus überzeugend ins Thüringisch-Vogtländische übertragen hat, sämtlich im Kopf der Ich-Erzählerin durcheinanderpalavern, entdeckt die Rezensentin mit Verblüffung, so "beiläufig" erzählt Wakatake hier von Altersdemenz. Klug und bewegend, findet sie.
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