Erwin Strittmatter

Der Laden

Roman. Gelesen vom Autor. 6 CDs
Cover: Der Laden
Audio Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783898132947
CD, 29,95 EUR

Klappentext

6 CDs, 318 Minuten. Gelesen von Erwin Strittmatter. "Der Laden" (Teil 1-3), Strittmatters episches Meisterwerk, in den berühmten Aufnahmen, die zwischen 1978 und 1989 für den Rundfunk der DDR entstanden. Die Chronik um ein Dorf in der Niederlausitz umfasst über drei Jahrzehnte Kriegs- und Nachkriegsgeschichte: Bossdom in der Niederlausitz 1919: Der Bäcker- und Krämerladen der Familie Matt ist der magische Punkt des Dorfes. Hier treffen sich die Leute, kaufen ein und erzählen sich alle Neuigkeiten. Wahres und Unwahres. Von hier aus regiert die Mutter ihre Familie und das Dorf. Hier wächst der Junge Esau Matt auf, wird zum aufmerksamen Beobachter der Menschen und erzählt von ihren Zerwürfnissen und Versöhnungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2004

Martin Z. Schröder ist sehr angetan von diesem "wunderbaren" Hörbuch. Besonders beeindruckt hat ihn die "unfrisierte, ungeschminkte, auf keine Weise zurechtgemachte Stimme" Strittmatters. "Weich und tief" sei sie nämlich, ferner klinge der Text auch weniger wie gelesen als vielmehr wie nach eigenen Erinnerungen "wirklich erzählt". Das Hörbuch wurde aus Rundfunklesungen von 1978 bis 1989 zusammengestellt, laut Rezensent Schröder ein weiterer Pluspunkt: Denn Strittmatters Stimme ist das Altern anzumerken, "Lebenszeit" werde damit hörbar gemacht. Auch der "Zögerlichkeit im Vortrag" Strittmatters kann Schröder einiges abgewinnen: Da Strittmatter aus "Manuskripten des Romans", die wohl teilweise noch nicht abgeschlossen waren, vortrug, mutet es Rezensent Schröder an, als habe er am "Werden einer großen Arbeit" teilgenommen. Sichtlich bewegt bemerkt Schröder, dass bei diesem Hörbuch schon nach kurzem Lauschen die Zeit anfange, "mit den Flügeln zu rascheln".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2004

"Wer Intellektualität und Urbanität mag, sollte um diesen Autor einen weiten Bogen machen", empfiehlt Wolfgang Schneider, der aber dennoch von einem "wahrhaft epischen Werk" spricht, und das zeige sich bei Strittmatter in der gesprochenen Form. Der Autor selbst habe die drei Teile seiner Romanchronik gelesen und erweise sich als "bärbeißiger literarischer Plauderer" - ein geschulter Sprecher, meint Schneider, wäre bei einem Buch, das weniger auf Reflexion denn auf Menschenkenntnis setzt, fehl am Platz. Strittmatter, schreibt er, "zieht die Register der Mundarten - Schlesisch, Sorbisch, Sächsisch - und erweckt das, was die Schrift nur unvollkommen wiedergeben kann, zu tönendem Leben". Und im Vortrag, in den Episoden und "Sprachanekdoten" findet der Roman zu sich selbst: zur literarischen Geschichtsschreibung, die das Große im Kleinen spiegelt, nämlich der "versunkenen ländlichen Heimat, die (Strittmatter) auf den Namen Bossdom getauft hat", so unser Rezensent.

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