Eugene L. Rogan

Die Araber

Eine Geschichte von Unterdrückung und Aufbruch
Cover: Die Araber
Propyläen Verlag, München 2012
ISBN 9783549074251
Gebunden, 735 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans Freundl, Oliver Grasmück und Norbert Juraschitz. Die arabische Revolution wird, wenn sie Erfolg hat, ein ähnlich epochales Ereignis sein wie die friedliche Revolution von 1989 in Osteuropa. Mehr als 200 Millionen Araber zwischen Persischem Golf und Atlantik sind dabei, das Joch jahrzehntelanger despotischer Regime abzuschütteln und Anschluss zu finden an die freiheitliche, moderne Welt des Westens. Eugene Rogan bietet mit seiner Geschichte der Araber eine Grundlage zum Verständnis der aktuellen Ereignisse in Ägypten, Syrien, Tunesien oder Libyen. Rogans Darstellung beginnt mit der Eroberung der arabischen Welt durch das Osmanische Reich zu Beginn des 16. Jahrhunderts und führt bis zum revolutionären Aufbruch unserer Tage.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2012

Rudolph Chimelli nennt diese Geschichte der Araber lesenswert, doch macht er auch etliche Kritikpunkte fest, die recht gravierend erscheinen. Positiv rechnet er dem Historiker Eugene Rogan an, dass er die Hintergründe der aktuellen Revolten in der arabischen Welt gründlich analysiert und auch mit unbequemen Wahrheiten nicht hinterm Berg hält, etwa dass bei Wahlen immer die Partei am besten abschneide, die den USA am feindlichsten gesinnt sei. Auch wie Rogan den Nahost-Konflikt mit dem ungerechten Teilungsplan der UN begründet, findet Chimellis Zustimmung. Negativ zu Buche schlägt in den Augen des Rezensenten dagegen die Entscheidung, diese Geschichte der arabischen Welt mit der osmanischen Eroberung beginnen zu lassen, also zu dem Zeitpunkt, als die Araber aufhörten "selbstständig handelnde Akteure der Geschichte zu sein". Die achthundert Jahre, in denen die Araber ihr Weltreich eroberten und zur Blüte führten, tauchen nicht auf. Zweifel äußert Chimelli auch am Begriff der Araber sowie an der Entscheidung, kein Wort über "Poesie, Literatur, Musik oder Küche" zu verlieren.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012

Eugene Rogan schildert in "Die Araber" die Geschichte der arabischen Staaten, deren historischen Wandel er auf drei Arten angetrieben sieht, erklärt Michael Thumann: abwechselnd Unterdrückung und Reform von oben, gesellschaftlicher Druck von unten und Imperialismus von außen. Auf den historischen Reformbeispielen müsse die arabische Welt nach ihrem Frühling heute aufbauen, erfährt der Rezensent. Thumann reicht Rogans Analyse der gegenwärtigen Situation allerdings nicht aus. Er vermisst sowohl eine Einschätzung, inwiefern die religiös inspirierten Parteien die erhofften Veränderungen herbeiführen könnten, als auch eine differenzierte Betrachtung des politischen Islams: der Autor konzentriere sich hauptsächlich auf gewaltbereite Dschihadisten. Thumann verweist auf Bücher, in denen er fündig geworden ist: "Die Golfstaaten" von Rainer Hermann und "Der Aufstand" von Volker Perthes.

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