Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann. Tagsüber mit Senior:innen im Altersheim Interviews für eine wissenschaftliche Studie führen, nachts ungeschützter Sex mit fremden Männern: Frustriert von ihrem schlecht bezahlten Uni-Job und ihren erfolglosen Versuchen, schwanger zu werden, beschließt die Erzählerin von Mammut, in ihren rostigen Peugeot zu steigen und die Stadt zu verlassen. Was sie sucht, ist ein ursprünglicheres, einfacheres Leben, fernab der Gesellschaft und der Menschen, die sie so unerträglich machen. Doch auch auf dem Land sind die Mieten wucherisch, und das Geld reicht gerade mal für ein halb verfallenes Bauernhaus. Was sie dort findet, ist kein ländliches Idyll, sondern ein arbeits- und entbehrungsreicher Alltag. Sie putzt, hackt Holz, legt Vorräte für den Winter an und gibt Lämmern die Flasche. Ihre einzige Gesellschaft: ein alter Schäfer und ein dreckiger Hund. Und schon bald wird sie eins mit ihrer Umgebung, als würde das Wilde wie ein Keim in ihr austreiben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.11.2025
Ein ganz ungewöhnliches Buch hat Rezensentin Manuela Reichart da vor sich: Die Katalanin Eva Baltasar hat eine Protagonistin geschaffen, die ganz genau weiß, was sie will. An ihrem 24. Geburtstag will sie durch einen One-Night-Stand schwanger werden, ihre Doktorarbeit, die sie über Altenheimbewohner schreibt, macht ihr klar, dass sie die Stadt verlassen und aufs Land ziehen muss, lesen wir. Reichart freut sich dabei über eine ganz und gar ungewöhnliche Heldin, die ihre Sexualität und eigentlich ihr ganzes Leben ziemlich pragmatisch sieht, sie ist freundlich und "gleichzeitig menschenverachtend" - und irgendwie findet sie ihren ganz eigenen Weg ins Leben. Das Buch ist Teil einer Trilogie, fügt die Kritikerin noch an.
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