Evelyn Roll

Die Erste

Angela Merkels Weg zur Macht
Cover: Die Erste
Rowohlt Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783499621284
Kartoniert, 362 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Bis 1989 war Angela Merkel eine junge, unauffällige Physikerin, die an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften über Kohlenwasserstoffe forschte. Gleich nach dem Mauerfall begann ihre einzigartige politische Karriere: Stellvertretende Sprecherin der ersten frei gewählten Regierung der DDR, Bundesministerin für Frauen und Jugend, Umweltministerin, Generalsekretärin, Partei- und Fraktionsvorsitzende der CDU - und jetzt Kanzlerkandidatin der Union. Aus "dem Mädchen", wie Helmut Kohl sie gern nannte, ist die mächtigste Frau Deutschlands geworden. Was aber hat "das Mädchen" in dieser Zeit mit der Macht angestellt und was die Macht mit ihr? Evelyn Roll ist dieser Frage aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln nachgegangen. Entstanden ist ein biographisches Porträt und zugleich eine Analyse der Berliner Mediendemokratie und ihrer Protagonisten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.08.2005

"Was will Merkel mehr als die Macht?" Und wie viel DDR steckt eigentlich noch in ihr? Die Figur der Angela Merkel gibt Fragen auf, und zur Klärung ebendieser Fragen empfiehlt der Rezensent Jens König gleich zwei neu erschienene Biografien - Gerd Langguths "Angela Merkel" und Evelyn Rolls "Die Erste" -, die zwar zu einer ähnlichen Einschätzung gelangen, dies jedoch auf "grundverschiedene" und sich ergänzende Weise zuwegebringen. Schon in der DDR sei Merkel aufgrund ihrer Herkunft (sie stammt aus einer protestantischen Pfarrersfamilie) eine Außenseiterin gewesen und habe brillieren müssen um sich zu behaupten oder überhaupt zu bestehen. Aus diesem ständigen, prägenden und mit Ehrgeiz gepaartem "Fremdheitsgefühl" erkläre sich ihre "Unnahbarkeit" und ihr "effizientes, 'kaltes' Politikverständnis". Roll gehe dabei insofern nicht den typischen biografischen Weg, als sie sich weder um Chronologie noch Vollständigkeit bemühe. In ihrem Porträt gelinge es ihr, so der Rezensent, Merkels Werdegang "anschaulich, lebendig und mit dem außergewöhnlichen Gespür für jedes noch so kleine Detail" nachzuzeichnen. Manchmal jedoch wirke das Buch "fast zu schön", gerade wenn konkrete Recherche gefragt sei (etwa bei der Frage, inwiefern Merkel am Sturz von Wolfgang Stäuble beteiligt war), und sich die Autorin anstattdessen eher in Formulierungskünsten übe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.08.2005

Insgesamt gelungen erscheint Rezensent Matthias Arning diese Biografie Angela Merkels von Evelyn Roll, bei der er sich um die aktualisierte, erweiterte Taschenbuch-Ausgabe ihres bereits 2001 unter dem Titel "Das Mädchen und die Macht" erschienenen Buchs handelt. Arning berichtet, dass die Autorin, Journalistin bei der SZ, die Politikerin auf zahlreichen Reisen durch die Republik begleitete und Gespräche mit früheren Weggefährten führte. Die neuen Zusätze, die sich zumeist orientieren an ihren Reportagen für die SZ, findet er allesamt "gut zu lesen" und "zumeist gut beobachtet". Insgesamt hebt er Rolls Bemühung hervor, sich Merkel "behutsam und auch nicht ohne eine gewisse Sympathie" anzunähern. Allerdings glaubt er nicht, dass es Roll gelungen ist, die Komplexität dieser Politikerin auf dem Sprung ins Bundeskanzleramt am Ende erschlossen zu haben.

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