Kommentierte Ausgabe. Mit Zeichnungen des Autors und einem Nachwort von Durs Grünbein. Felix Hartlaub, eine der großen Hoffnungen der deutschen Literatur des letzten Jahrhunderts, ging an einem der letzten Kriegstage 1945 in Berlin verloren. Der promovierte Historiker hinterließ ein wenig umfangreiches literarisches Werk; in dessen Zentrum: die "Aufzeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg", 1940/41 aus dem besetzten Paris, später aus dem Führerhauptquartier. Diese Fragmente gehören zu den genauesten, empfindlichsten und dichtesten Wortmeldungen deutscher Sprache, die uns aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs erreicht haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.06.2011
Die "Kriegsaufzeichnungen aus Paris", davon ist Rezensentin Renate Wiggershaus überzeugt, gehören zu den besten Texten Felix Hartlaubs. Während seines knapp einjährigen Aufenthaltes in der von den Deutschen besetzten Metropole habe Hartlaubs "kühler, sondierender Blick" Impressionen eingefangen, die in ihrer Gegenständlichkeit eine gewisse Verwandtschaft mit dem noveau roman aufweisen, so Wiggerhaus. Dabei beschränkte sich Hartlaub nicht allein auf das Medium Sprache. Auch Zeichnungen habe er angefertigt, und die Tatsache, dass sich Suhrkamp des Konvoluts inklusive jener Skizzen noch einmal angenommen hat, ist der Rezensentin folglich ein Grund zur Freude. Getrübt wird diese hingegen durch das von Durs Grünbein verantwortete Nachwort. Erstens handelt es sich dabei weitgehend um einen bereits vor geraumer Zeit abgedruckten Zeitungsartikel, der zweitens wenig Verständnisförderndes und bisweilen gar faktisch Verkehrtes enthalte, wie Wiggershaus bemerkt.
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