Die Unzufriedenheit in unserer Gesellschaft wächst. Die einen verzweifeln, andere verlieren sich in Kritik, die meisten machen einfach so weiter. Nur wenige ziehen wirklich Konsequenzen aus dem, was sie als falsch erkannt haben. Diese Menschen wollen nicht tatenlos zuschauen und haben den Mut, sich den herrschenden Zuständen und Erwartungen zu widersetzen. Der Soziologe Ferdinand Sutterlüty hat mit einigen von ihnen gesprochen. Mit einem Seenotretter und einem Lehrer, mit Aktivistinnen und Bergbauern. Mit einer Reinigungskraft, die gegen demütigende Arbeitsbedingungen und für den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen kämpft. Mit einer Forstbeamtin, die sich in einem jahrelangen Gerichtsverfahren gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz wehrt. Mit einem Künstler, der als Selbstversorger lebt, und einer Künstlerin, die mit Transfrauen arbeitet. Für Sutterlüty sind sie Hoffnungsträger und Pionierinnen, die zeigen, dass es auch anders geht - einmal laut, einmal leise, im Untergrund oder sehr öffentlich. Wie Figuren aus großen Romanen lassen sie niemanden unberührt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2025
Rezensent Florian Heimhilcher entdeckt in den vom Soziologen Ferdinand Sutterlüty geführten Interviews mit Flüchtlingshelfern, Lehrern und Landwirten kleine Fluchten und dem Subjekt Handlungsmacht zurückgebende Widerstände gegen globale Verhältnisse und systemische Ordnungen. Die Porträts scheinen Heimhilcher darum lesenswert, weil der Autor sich dem "empirischen Material" der Einzelschicksale unterordnet und alternative Lebensentwürfe als Formen des Widerstands präsentiert, ohne sie zu politischen Appellen umzuformen.
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