Ferdinand von Schirach

Alexander

(Ab 10 Jahre)
Cover: Alexander
Penguin Verlag, München 2026
ISBN 9783328304814
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Wie können wir friedlich miteinander leben? Anhand der Geschichte eines Jungen aus der antiken Stadt Kaliste, erklärt Ferdinand von Schirach die Grundzüge der Demokratie. Alexander wird von den Einwohnern seiner Heimatstadt Kaliste der Auftrag erteilt, "gute Gesetze" zu finden. Nie wieder soll eine Tyrannei möglich sein, und nur einem Kind traut man zu, frei von Vorurteilen gerechte Regeln für das Zusammenleben zu finden. Alexander macht sich also auf den Weg und spricht mit ganz unterschiedlichen Menschen: einem Orakel, einem Modeschöpfer, einem Soldaten und einem echten Philosophen. Nach und nach kommt er so den Prinzipien der Demokratie auf den Grund. Doch die Zeit drängt, denn der König des Nachbarreiches droht, die Stadt zu überfallen - und nur Alexander kann das verhindern, wenn er rechtzeitig gute Gesetze nach Hause bringt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026

Rezensent Oliver Jungen findet Ferdinand von Schirachs Ton ein bisschen naseweiß, aber das ist nicht so schlimm angesichts einer Geschichte über Alexander den Großen, die auch den Kleinen einleuchten sollte, wie Jungen zugibt. Dafür sorgt der Autor nämlich auch mit "mühelos ansprechender Erzählhaltung", der Fähigkeit, Komplexes einfach zu fassen. Dass der Autor sich im Anekdoten- und Gedankenfundus von Legenden oder auch mal von John Rawls bedient, kann Jungen Schirach ebenfalls verzeihen. Gut zu kompilieren, ist schließlich auch eine Kunst, meint er. Wie Alexander im Buch Rätsel löst, seine Lektionen lernt, zu Erkenntnissen gelangt und über Freiheit und Gleichheit nachgrübelt, das schreibt Schirach in schöner Kinderbuchmanier, meint Jungen versöhnlich. Und schließlich ist es ja auch das erste Buch dieser Art, das der Autor vorlegt. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.02.2026

Rezensent Jan Drees zeigt sich äußerst zufrieden mit dem ersten Kinderbuch von Ferdinand von Schirach, das aber für den Autor ganz typische Themen aufgreift: Der Held Alexander lebt in dem fiktiven Ort Kaliste, es bricht Krieg aus, sein Vater stirbt, plötzlich wird er auserkoren, den Ort vor der Tyrannei des Nachbarstaates zu retten. Melancholisch ist er, hält Drees fest, sanft und gerecht, er macht sich auf die Reise, Kaliste zu retten und lernt dabei eine Menge Menschen und philosophische Weisheiten kennen, oft in Rätsel wie das Trolleyproblem verpackt. Für Schirach typisch ist die Betonung von Menschenrechten und Demokratie, so der Kritiker, den die Zeichnungen etwas an "Emil und die Detektive" oder "Der kleine Prinz" erinnern. Ihn fasziniert abschließend auch, dass die Geschichte ihren Ursprung in Schirachs eigener Kindheit hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.02.2026

Wirklich gut kommt Ferdinand von Schirachs erstes Kinderbuch bei Kritikerin Christine Knödler nicht weg: Zu thesenhaft ist ihr die Geschichte um Alexander, der auserwählt wird, die fiktive Stadt Kaliste zu einem Neuanfang zu führen und Krieg zu verhindern. Die Schirach-typischen Themen Menschenwürde, Bildung, Schuld und Unschuld kommen zur Sprache, wogegen Knödler prinzipiell nichts einzuwenden hat: Sie stört es aber, dass das Buch im Grunde "ein Plädoyer mit verteilten Rollen" ist. Den Kindern werde bei der Lektüre alles platt vorgesetzt, anstatt ihnen die Möglichkeit zur Einfühlung zu geben. Sie empfiehlt lieber Kästners "Konferenz der Tiere" als ein Kinderbuch, das seine Leserschaft ernst nimmt.

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