Francesco Micieli

Kindergedichte

Cover: Kindergedichte
Verlag Die Brotsuppe, Biel 2018
ISBN 9783038670131
Gebunden, 104 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Regen
Wenn der Regen
Ans Fenster klopft
Und die Welt darin
Verschwindet
Als würde er alles Feste
Auflösen
Ist es schön, unter das Bett
Zu kriechen und so zu tun
Als regnete es auch im Zimmer
Nicht mehr reden
Dem Wort traut das Kind nicht mehr
Es scheint ihm, in jedem stecke eine Lüge
Ein leeres Versprechen
Haus ist nicht wirkliches Haus
Haut ist nicht wirkliche Haut
Mit dem Löwen beschloss das Kind
Nicht mehr zu reden
Da nützte keine Anfrage, keine Bitte
Nicht einmal die Mutter
Die sich als Gazelle verkleidete

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2019

Klaus Hübner gefallen Francesco Micielis "Kindergedichte", die zwar auch für Kinder, aber in erster Linie Gedichte über Kinder für Erwachsene sind, so der Rezensent. Der schweizerische Autor mit italienischen und albanischen Wurzeln kennt die großen Dichter des 20. Jahrhunderts, so viel ist sicher, meint der Kritiker. Und mehr noch:  Laut Hübner gelinge ihm nicht zuletzt durch seine sprachliche Versiertheit eine Balance zwischen Spiel und Ernst, indem er "großen Fragen" (Warum bleibt nicht alles so wie es ist? Wer ist Gott? Gibt es Wunder?) mit einer kindlichen Perspektive begegnet und sie an "kleine" Alltagssituationen bindet. Vielleicht könnte die Lektüre erwachsenen Menschen dabei helfen, "das Staunen neu zu lernen", schließt Hübner.
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