Francis Spufford

Neu-York

Roman
Cover: Neu-York
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2017
ISBN 9783498064471
Gebunden, 400 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jan Schönherr. 1746 in einer kleinen englischen Kolonialstadt an der Spitze der Insel Manhattan: Neu-York wirkt auch Jahrzehnte nach der Eroberung durch die Briten immer noch recht holländisch; die alteingesessenen Familien reden Englisch mit Akzent, am Hafen weht der Union Jack über schmalen Fachwerkhäusern, am anderen Ende der Stadt ist der Broad Way (vorher Breede Weg) auf Höhe der Wall Street durch ein Tor versperrt. Draußen hängen Skalps: Verbündete Indianerstämme haben sie französischen Soldaten abgenommen. Eines Tages steigt ein Brite namens Smith im Regen von einem aus London kommenden Segler. Der junge Mann scheint über Geld zu verfügen, er trägt den Wechsel einer Londoner Bank mit sich. Schnell findet er Zugang zur Gesellschaft, wird er zu einer Berühmtheit in der Stadt. Leider auch bei den Falschen: Smith wird überfallen und ausgeraubt. Niemand darf von der prekären neuen Lage erfahren, das Schuldgefängnis droht. Und dann kommt Smiths Affäre mit der Frau eines hohen Offiziers ans Licht. Ein Duell ist unumgänglich, und ausgerechnet sein bester Freund fordert ihn, ein exzellenter Fechter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2017

New York scheint geradezu auf einen Geschichtenerzähler wie Francis Spufford gewartet zu haben, glaubt Rezensent Thorsten Gräbe, der sich in diesem Romandebüt des britischen Sachbuchautors fasziniert an die Fersen eines mysteriösen Fremden geheftet hat, um mit ihm die koloniale Stadt vor der amerikanischen Unabhängigkeit zu erkunden. Der Kritiker erlebt "Neu-York" hier als ziemlich junge Kleinstadt im Jahre 1746, in der einer von fünf Einwohnern ein schwarzer Sklave war und in der es mitunter ziemlich brutal zuging. Dass Spufford gelegentlich an den historischen Fakten dreht, um die Erzählwirkung zu steigern, hat Gräbe gut gefallen. Spannung, facettenreiche Figuren und sprachliche Experimentierfreude machen diesen Roman für den Rezensenten zu einem Ereignis.

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