Theoderich der Große (474-526) war einer der mächtigsten Herrscher der Völkerwanderungszeit. Obwohl von 'barbarischer' Herkunft, erlangte er eine Stellung, die der des römischen Kaisers glich. Sein Reich erstreckte sich von Spanien bis zum Balkan. Italien erlebte unter Theoderich eine längere Friedenszeit und kulturelle Blüte. Frank M. Ausbüttel zeichnet in seiner Biografie die verschiedenen Stationen nach, die Theoderich letztendlich die Herrschaft über einen großen Teil des weströmischen Reiches einbrachten. Seine Haltung gegenüber der katholischen Kirche und den Juden, innenpolitische Fragen und Verwaltungsstrukturen werden ebenso geschildert wie seine außenpolitischen und militärischen Vorgehensweisen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.01.2004
"Recht begrenzt" findet Rezensent Johannes Fried den Wert von Frank Ausbüttels Biografie Theoderichs des Großen. Und das ist noch einigermaßen wohlwollend formuliert. Nicht, dass Fried groß sachliche Fehler zu bemängeln hätte. Im Gegenteil: im landläufigem Sinne versteht Ausbüttel sein Handwerk, zitiert korrekt die Quellen und belegt seine Aussagen verlässlich, wie Fried einräumt. Doch was ihn so ungnädig stimmt, ist, dass sich das Ganze wie das "Protokoll eines Proseminars lese. Schlimmer noch: So wie das Buch vorliegt, hätte es "vor 100 Jahren geschrieben sein können", spottet Fried. So ignoriert Ausbüttel zum Ärger des Rezensenten nicht nur die neueren Forschungen zu Historiographie und Geschichtsschreibung, sondern auch das in Geschichtswissenschaft längst etablierte Prinzip des Strukturvergleich. Mit Blick auf die neuere Forschung zum Thema erklärt Frieds, dass sich Fragen wie "Wer waren die Goten, denen er als König gebot?" nicht so eindeutig beantworten lassen, wie Ausbüttel zu glauben meint. Im Dunkeln bleibt zu Frieds Bedauern ebenfalls, warum Theoderich zu den zwei Dutzend herausragender "Gestalten der Antike" gehört.
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