"Es stand in alten Zeiten / ein Schloss so hoch und hehr" - wer kennt sie nicht, die großen Balladen, diese beliebteste Literaturform? Schon Goethe und Schiller wetteiferten um ihre Wirkung in großartigen Werken wie dem "Erlkönig" oder dem "Ring des Polykrates". Ihnen folgten mit ebenso wirkungsmächtigen Texten Uhland ("Des Sängers Fluch"), Droste-Hülshoff ("Der Knabe im Moor"), Heine ("Belsatzar"), Fontane ("John Maynard") und viele andere. Und auch das 20. Jahrhundert ist reich an Balladen und Balladendichtern - von Ringelnatz, Brecht und Kästner bis zu Georg Kreisler, Hans Magnus Enzensberger oder H. C. Artmann. Nach dem Conrady jetzt das neue Standardwerk der Balladen. Eine Vielzahl von außergewöhnlichen Fundstücken und das besondere Augenmerk auf Spannung und Unterhaltsamkeit machen es zu einem einzigartigen Lesevergnügen.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Beim ersten flüchtigen Blick in Frank T. Zumbachs "Balladenbuch" bin ich enttäuscht. Agnes Miegels "Die Mär vom Ritter Manuel" ist nicht darin. Ich denke: Wie soll man einen Balladensammler ernst nehmen, der dieses traumwandlerisch sichere Gedicht seinen Lesern vorenthält. Es ist ja auch nicht so, dass er die ostpreußische Balladendichterin (1879-1964) ganz weggelassen hätte. Aber sie ist nicht mit ihren berühmten Gedichten vertreten, die ganzen Generationen Schauder über die Rücken jagten, mit den "Nibelungen", den "Frauen von Nidden", sondern mit vier kleineren. Vielleicht will Zumbach den Blick auf weniger bekannte Arbeiten der Dichterin lenken, die als junge Frau von zwanzig Jahren mit einem Schlag die Ballade wieder hineingestellt hatte ins junge 20. Jahrhundert. In den dreißiger und vierziger Jahren war sie dann mit Versen auf Adolf Hitler hervorgetreten... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
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