"Blicke von außen" bietet einen ersten breiteren, literaturwissenschaftlich und essayistisch ausgeformten Zugang zur österreichischen Literatur seit 2000. Dabei geht es nicht in erster Linie um eine Rezeptionsgeschichte, sondern um einen Versuch, österreichische Literatur vor anderen Hintergründen zu sehen - vor dem Hintergrund eines italienischen, deutschen, französischen literarischen Systems und der dort geführten Debatten, der dort gängigen Vorstellungen und Wertungen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2003
Der mit dem Kürzel "Jdl." zeichnende Rezensent zeigt sich recht angetan von diesem mit "großem Sachverstand" koproduzierten Buch von Franz Haas, Hermann Schlösser und Klaus Zeyringer über "österreichische Literatur im internationalen Kontext". Die Autoren räumen zur Freude des Rezensenten auf mir den "süßen Klischees" der österreichischen Selbstwahrnehmung. Wie der Rezensent ausführt, diskutieren die Autoren in "äußert materialreichen" Einzelessays sowie in gemeinsamen Gesprächen die Phänomene aus getrennter Sicht. Insbesondere Hermann Schlössers "brillanter Aufsatz" über die verwickelte Beziehung zwischen Deutschland und Österreich, der aufzeigt, wie sehr Nachbarschaft zum Fetisch der Selbstdefinition werden kann, hat den Rezensenten überzeugt. Kurz zusammengefasst präsentiert er die "Fakten internationaler Wahrnehmung" österreichische Literatur. Während Peter Handke im Ausland kaum mehr als Österreicher wahrgenommen werde, kenne das Ausland österreichische Phänomene zwischen Misanthropie, Politik und Peinlichkeit - Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek und "Schlafes Bruder" von Robert Schneider.
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