Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "pen." ist geteilter Meinung über dieses Buch. Zum einen äußert er großen Respekt davor, dass die holländische Autorin in hohem Alter ihre Erinnerungen an die Lagerhaft veröffentlicht hat. Zum anderen jedoch stören ihn einige Aspekte an der Darstellung. So werde einiges an historischem Wissen vorausgesetzt, das man nicht von jedem Leser erwarten könne. Und auch die holländische Kolonialherrschaft erscheint ihm bisweilen "milde verklärt". Außerdem wird, wie er anmerkt, nicht klar, ob die schlechte Versorgung mit Lebensmitteln durch die Japaner beabsichtigt oder vielmehr "kriegsbedingt" war. Vollkommen inakzeptabel findet er schließlich, wenn die Autorin Spekulationen über die Gedanken der japanischen Aufseher anstellt: Hier ist die "Grenze des Seriösen erreicht", meint der Rezensent, der nicht nur das Wort "KZ" im Untertitel für "übertrieben" hält, sondern sich auch einige einführende Worte zu diesem Buch seitens des Verlages gewünscht hätte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2000
In diesem autobiografischen Bericht erinnert Franziska Koblitz an die grausame Behandlung, die sie nach der Eroberung Javas zusammen mit ihren Kindern im japanischen Frauen-Konzentrationslager Lampersari erfuhr. Der Rezensent mit dem Kürzel L.L. bezeichnet ihre Niederschrift als drastische Vergegenwärtigung von "Hunger, Gewalt, dem Auseinanderreißen der Familie". Auch von den Javanern erfahren die Internierten wenig Sympathie. In diesem Zusammenhang kritisiert der Rezensent Koblitz` "idealisierenden Rückblick" auf die holländische Kolonialherrschaft. Verständnis für das Verhalten der Javaner fehlt der Autorin, und so empfiehlt der Rezensent Multatulis "Max Havelaar" als ergänzende Lektüre.
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