Frederic Beigbeder

Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause

Roman
Cover: Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause
Rowohlt Verlag, Reinbek 2001
ISBN 9783499230950
Paperback, 95 Seiten, 10,02 EUR

Klappentext

Marc Maronnier, ein unverschämter Erfolgsmensch, ist die Hauptfigur der ersten drei Romane Beigbeders. Wie Simone de Beauvoirs "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" ist dieser erste Marc-Maronnier-Roman eine Erinnerung ? unter umgekehrten Vorzeichen ? an eine Jugend im Paris der neunziger Jahre.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2001

Thomas Laux hat es durchschaut: Dieses Romandebüt ist ein einziger Bluff, vom Titel bis zu den "zeitgeistrelevanten Versatzstücken", die der Autor dem Leser "rotzig" zum Fraß vorwirft. Erstens, so Laux, handelt es sich mitnichten um so etwas wie einen Gegenentwurf zum ersten Memoirenband der Beauvoir, und zweitens ist das alles auch nicht wirklich wichtig. "Postmodernen Feierabend-Existentialismus" nennt er, was der Autor da vertritt in diesem Buch: Die stilisierte Wahrnehmung von Lifestyle-Angeboten und der Frust, "wenn man zu den großen Events eben doch nicht eingeladen wird". Aber, wie gesagt, das ist so wichtig nicht, denn: "Alles gerinnt zur Attitüde, Nihilismus ist nur eine Pose". Keine neue Werther-Romantik also, notiert der Rezensent und freut sich schon, wenn dem notorisch apolitischen Helden des Romans (ein Unterschied übrigens zu Houellebecq, meint Laux) mal kräftig der Wind ins Gesicht bläst, "das macht ihn dem Leser erträglich".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.11.2001

Frédéric Beigbeder mag zwar ein erfolgreicher Kolumnist sein, wie Sacha Verna ohne weiteres zugibt, ein begnadeter Romanschriftsteller ist er dadurch für sie noch lange nicht. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein, denn die Erzählung über die Liebeserfahrungen des Protagonisten Marc seien zwar voller Kalauer und auch sonst recht amüsant, hätten aber mit Literatur eher wenig zu tun. Die "Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause" seien mehr "ein Buch aus dem Fertig-Lustig-Genre, lustig zwar, aber damit auch schon fertig", resümiert Verna.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2001

Gerade noch hat der ehemalige Werbemann Frédéric Beigbeder mit "39,90" die Branche des schönen Scheins, sein ehemaliges Nest, beschmutzt und damit einen Bestseller gelandet, da muss er sich weiterhin schriftstellerisch probieren, berichtet Dietmar Dath. Das hätte er besser bleiben lassen sollen, denkt der Rezensent. Zum Glück ist nach 95 Seiten alles ausgestanden, denn erhellend fand der Rezensent dieses "mit lustloser Keckheit vor sich hin plätschernde Entwicklungsromänchen" nicht.
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