Frieder Reininghaus

Rihm. Der Repräsentative

Neue Musik in der Gesellschaft der Bundesrepublik
Cover: Rihm. Der Repräsentative
Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg 2021
ISBN 9783826074455
Kartoniert, 310 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

"Unter den jungen deutschen Komponisten ist er derfreundliche, offene, heitere. Wer zu seiner Musik keinenZugang finden sollte - die Person muss man mögen." So wurde Wolfgang Rihm 1986 der Leserschaft der NeuenZürcher Zeitung vorgestellt, aber auch gleich klargestellt: Seine Musik sei zwar nicht "eingängig", der "Eindruckder Übereinstimmung zwischen Klangwelt und Ausdrucksgebärde" aber nicht zu übersehen: "Gross, hünenhaft,massig".Mit der immensen Produktivität des Komponisten, dersich in allen Gattungen erprobt und bewährt hat, geht es allenthalben um Wirkung und Größe. Nicht anders bei derPerson. Er ist Homme de lettre und virtuoser Kommentatorder eigenen Arbeiten, der auf die Freiheit des "unentfremdetarbeitenden" Solo-Selbständigen pocht. Fragengroßen Formats ergeben sich auch aus dem Blick auf denNetzwerker in den Institutionen des Musikbetriebs, aufden erfolgreichen Geschäftsmann und Genießer.Rihms Biografie und sein imposantes OEuvre mit bemerkenswerterEntwicklungs- bzw. Wandlungsfähigkeit isteine einzigartige Erfolgsgeschichte: vom Aufstieg eines begabtenLaienchorsängers aus der südwestdeutschen Provinzzum Parnass der Schöpfer neuer Musik.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.07.2022

Da bespricht Kritiker Volker Hagedorn zwei Bücher der Kritikerkollegen Elonore Büning und Frieder Reininghaus über den Großkomponisten Wolfgang Rihm, der gerade siebzig wird, das Buch der einen freundlich, das Buch des anderen kritisch. Er findet Reininghaus ein bisschen insiderhaft,es nerven ihn nicht benannte Anspielungen auf Kollegen. Manches scheint auf tagesaktuelle Publikationen aus der Zeit zurückzugehen, "als jede größere Regionalzeitung noch alljährlich jemanden zu den Donaueschinger Musiktagen für Neue Musik schickte". Am meisten stört Hagedorn, dass Reininghaus Erfolg immer nur aus Kompatibilität mit dem Zeitgeist zu erklären vermöge. Dennoch gibt es auch Punkte, die Hagedorns Interesse wecken, etwa die zeitgeschichtliche Verortung Rihms, die Reininghaus anders als Büning zu leisten schein

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2022

Rezensent Wolfgang Schreiber liest das Buch von Frieder Reininghaus über Wolfgang Rihm nicht als herkömmliche Biografie, sondern als Versuch, den Komponisten gesellschaftspolitisch einzuordnen. Nicht linear, sondern kaleidoskopisch geht der Autor dabei laut Rezensent vor und bietet in 36 Essays Annäherungen an Rihms Karriere und Werke, so Schreiber. Hinter launigen Titeln entdeckt der Rezensent gekonnte Verbindungen von Werkanalyse und gesellschaftskritischer Einlassung. Rihm im Feinschmeckerresaturant, Rihm im Verhältnis zu Luigi Nono und Richard Strauß, solche Anekdoten und Überlegungen findet Schreiber spannend, und manchmal reizt es ihn auch zum Widerspruch.
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