74 Minuten. Sprecherin: Nina Hoss. Was der Philosoph in seinem Romanfragment "Lucinde" als Ideal darstellt - die "romantische Ehe" als Einheit von sinnlicher und geistiger Lebensgemeinschaft - scheint uns heute so selbstverständlich wie immer wieder unerfüllbar. Das Bekenntnis höchster Liebe erscheint in Schlegels "Lucinde" wie ein langer Abschiedsbrief an die Geliebte. Als Hörstück mit Nina Hoss wird der Text zu einem ebenso modernen wie romantischen Rollenspiel der Geschlechter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.05.2005
Da "Lucinde" von Friedrich Schlegel nach Ansicht von Tobias Lehmkuhl heutzutage "viel zu selten" gelesen wird, freut sich der Rezensent, dass dieser Liebesroman aus der Romantik jetzt als Hörstück vorliegt. Durch "Papiergeraschel" wird eine authentische Atmosphäre erzeugt, die Lesung ist mit elektronischen Klängen von Denzel und Huhn unterlegt, wodurch mitunter eine "fast unheimliche Grundierung entsteht", berichtet der Rezensent. Wirklich hingerissen zeigt er sich in seiner kurzen Kritik vom Vortrag von Nina Hoss. Der Rezensent schwärmt in den höchsten Tönen von der "langsamen, leisen und tastenden" Vortragsart und bemerkt begeistert, dass sie nirgends "schauspielert". Damit wird sie dem Roman "überaus gerecht", preist Lehmkuhl, der auf der CD nicht einen einzigen "Fehler", keine "Schwäche oder Nachlässigkeit" entdeckt hat.
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