Aus dem Englischen von Bernd Gockel. "Cowboys & Indies" ist die erste umfassende Darstellung einer Industrie, ohne die unser Leben nicht mehr vorstellbar wäre. Die Spanne reicht von der Erfindung der ersten Aufnahme-Apparatur im Paris des Jahres 1857 bis zum digitalen Boom der Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
Aus der Fülle pophistorischer Neuerscheinungen und Autobiografien greiser Stars schließt Tobias Rüther sicher nicht zu Unrecht, dass der Pop sich selbst historisch geworden sei. Immerhin: Murphy beleuchtet das Phänomen aus neuer Perspektive - der der Erfinder von Geräten wie dem Grammophon und der Produzenten und Labelgründer. Hier geht's um Wirtschaftsgeschichte. So erfährt man etwa, dass mit dem Abschied des Beatles-Produzenten George Martin von der EMI die Figur des freien Produzenten entstand, der für die Entwicklung des Genres so entscheidend ist. Eine Dimension des Pop aber, so Rüther, hat Murphy nicht berücksichtigt: das Publikum. Und damit, so der Rezensent weiter, hat der Autor den selben Fehler gemacht wie die Industrie selbst, die nie damit gerechnet hatte, dass sich die Konsumenten des Pop von ihr emanzipieren könnten.
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