Herausgegeben von Nicolas Pethes und Jens Ruchatz . Dieses interdisziplinäre Lexikon hat zum Ziel, das weite Feld der Gedächtnis- Erinnerungsforschung in seiner historischen und theoretischen Vielfalt zu präsentieren und den aktuellen Wissensstand zu bilanzieren. In Stichwortartikeln werden die Forschungspositionen fachorientiert vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2001
Das Problem mit dem hier angeschlagenen Thema kennzeichnet der Rezensent wie folgt: "Gedächtnis und Erinnerung sind universelle Phänomene. Es gibt nichts, was nicht in Beziehung zu ihnen gesetzt werden könnte." Arno Orzessek lässt es deshalb gern gelten, dass die Herausgeber bei der Auswahl der Lemmata von wissenschaftlichen Disziplinen, Methoden und Erkenntnisinteressen absehen, und wendet sich dem Gebrauchswert des Lexikons zu. Der erscheint ihm recht ordentlich. Auf einer "Tour" durch insgesamt 15 Fachgebiete, so Orzessek, könnten sowohl "Wissenschaftler ohne Scheuklappen" ("die das Zielpublikum ausmachen") als auch interessierte, schmökernde Laien sich Erhellung bzw. Unterhaltung verschaffen. Entscheidend ist für den Rezensenten indes, dass die einzelnen Beiträge "durch maximale Informationsdichte, sicheren Problemzugriff und Klarheit" überzeugen. Die wenigen Schwachpunkte, die Orzessek einfallen, beziehen sich auf einzelne Einträge: Den Beitrag zu "Archetyp" findet er "gedanklich bieder und stilistisch bedenklich" und zur "Rhetorik" hätte er gern mehr erfahren als über die antiken Grundlagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.11.2001
Ein Lexikon ist dazu da, meint Niels Werber ganz in Übereinstimmung mit der von diesem Lexikon selbst gegebenen Definition, uns "freundlicherweise eigenes Wissen und Merken" abzunehmen. Und dazu, beeilt er sich freudig anzumerken, taugt der vorliegende Band ganz prima. Mit unvermeidlichem Bezug auf den 11. September liest Werber sich durch einzelne Stichwörter des Bandes und stellt flink mit Hilfe der dort versammelten Erkenntnis etwa zum Thema "kulturelles Gedächtnis" Bezüge her, erklärt und erläutert. Ganz folgerichtig kommt er zu dem Ergebnis, dass man mit "mit dem Lexikon arbeiten" kann, er lobt den "exzellenten Überblick" über das weite Feld seiner Thematik, den es verschaffe. Sehr hilfreich findet er die "Verlinkung" der einzelnen Artikel, beeindruckend die Liste der Autoren: ein "Who's Who" der auf den versammelten interdisziplinären Gebieten (von Kulturwissenschaften bis Neurobiologie) arbeitenden Experten. Ein kleiner Einwand nur: die Würdigung einiger weniger Autoren in eigenständigen Einträgen will Werber etwas beliebig und überflüssig vorkommen.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während…